Das Landgericht Braunschweig hat das Strafverfahren gegen den ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn vorläufig ausgesetzt. Das Verfahren sei „aufgrund eines vorübergehenden Hindernisses vorläufig eingestellt“ worden, erklärte das Landgericht Braunschweig am Dienstag. Bei dem Hindernis handele es sich um Winterkorns längerfristige Erkrankung. Nach Einschätzung des Gerichts ist der einstige Top-Manager von Volkswagen deshalb verhandlungsunfähig.

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Offen ist, ob und wann das Verfahren gegen Winterkorn beendet werden kann. Die Wirtschaftskammer werde weiterhin fortlaufend mit einem Sachverständigen prüfen, ob Winterkorn wieder verhandlungsfähig sei, teilte das Landgericht weiter mit. Sollte dieser Fall ein eintreten, werde das Verfahren fortgesetzt. Der 78-Jährige, der zwischen 2007 und 2015 Vorstandsvorsitzender von VW war, muss sich im Dieselskandal verantworten. Gegen ihn wurde ein Gerichtsverfahren wegen des Verdachts des Betrugs, der Falschaussage und der Marktmanipulation eingeleitet.
VW-Dieselskandal: Verfahren gegen Winterkorn wird vorerst ausgesetzt
Die Dieselaffäre war im Jahr 2015 aufgeflogen; wenige Tage nach Bekanntwerden musste Winterkorn seinen Chefsessel räumen. Der Autobauer VW hatte statt des Einsatzes teurerer Abgastechnik die Messwerte mithilfe versteckter Software-Codes gefälscht. Diese sorgten dafür, dass die Abgase bei Tests voll gereinigt wurden, im normalen Straßenbetrieb jedoch ein Vielfaches der Emissionen auftrat.
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Durch den Abgasskandal stürzte Volkswagen in die schwerste Krise der Firmengeschichte. Die juristische Aufarbeitung der Affäre kostete den Konzern mehrere Milliarden Euro. Winterkorn beteuerte mehrmals, vor dem Bekanntwerden des Skandals nichts von illegalen Machenschaften gewusst zu haben.
Verfahren im Dieselskandal erneut verschoben: VW-Chef fehlte auch 2021 auf Anklagebank
Bereits im September 2024 wurde der gegen Martin Winterkorn laufende Prozess verschoben: Der Ex-VW-Chef war wenige Tage vor einem Verhandlungstag in der Dusche gestürzt und soll sich dabei den rechten Oberschenkel gebrochen haben.
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Ursprünglich sollte Martin Winterkorn schon im Jahr 2021 im ersten großen Betrugsprozess in Braunschweig mit vier anderen Ex-VW-Managern sowie -Ingenieuren auf der Anklagebank sitzen. Damals wurde sein Verfahren wegen seines gesundheitlichen Zustands vom Prozess abgetrennt. Die vier ehemaligen VW-Manager sind inzwischen schuldig gesprochen. Ob und wann auch Winterkorn in einem der größten deutschen Industrieskandale verurteilt wird, bleibt weiterhin ungewiss.
viv mit dpa





