Es ist vollbracht. Erstmals hat das Landgericht Braunschweig hochrangige Manager des VW-Konzerns wegen des Dieselskandals verurteilt. Endlich. Vor fast zehn Jahren enthüllte das US-Umweltamt EPA, dass das Unternehmen offenbar Dieselmotoren manipulierte – zum Schaden der Umwelt, der Autofahrer und der Anleger, die ihre VW-Aktie abstürzen sahen. Der Skandal ist beispiellos. Offensichtlich ist, dass manipuliert wurde. Nur wer verantwortlich war, ist unklar.

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Das wird wohl so bleiben, trotz des Urteils jetzt und verschiedener Strafverfahren, die noch laufen. Denn es geht um die Ehre von Ingenieuren und Spitzenmanagern, ums Rechthaben und um sehr viel Geld, das niemand der Beteiligten zahlen will und kann. So wird auch dieses Verfahren nach 175 Verhandlungstagen nicht beendet sein und wohl in die Revision gehen. Den Schaden hat Volkswagen. Dort konnten Ingenieure jahrelang systematisch täuschen. Aber sollten sie auch systematisch täuschen? Beantworten kann das wohl nur Ex-Konzernchef Martin Winterkorn, der jedes Wissen über die Manipulation von sich weist.

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Björn Hartmann, Wirtschaftskorrespondent© Reto Klar | Reto Klar

VW-Dieselskandal: Autobesitzer und Aktionäre müssen weiter warten

Bisher hat der Skandal Volkswagen rund 33 Milliarden Euro gekostet. Das Geld hätten Winterkorns drei Nachfolger sicher gern gehabt, um in die Zukunft des Konzerns zu investieren. Und der Skandal wird ihn noch weiter beschäftigen. Auch wenn das Unternehmen betont, dass die Strafverfahren gegen einzelne Personen und nicht gegen den Konzern an sich gerichtet sind. Volkswagen wird immer genannt werden.

Für Autobesitzer und Aktionäre, die in anderen Verfahren klagten und auf Geld vom Konzern hoffen, birgt das Urteil in Braunschweig vielleicht etwas Genugtuung – endlich wird jemand zur Verantwortung gezogen. Mehr aber auch nicht. Sie müssen weiter warten.