Wer investieren will, braucht Geld. Und tatsächlich kommt vielen Firmen in Deutschland die notwendige Liquidität dafür gerade abhanden. Die Zahl der Pleiten steigt – und Experten nehmen an, dass es insgesamt in diesem Jahr mehr Insolvenzen als im Vorjahr geben wird. Zollstreit und Wirtschaftskrise werden massive Spuren hinterlassen, warnt etwa eine neue Studie des Kreditversicherers Allianz Trade.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
Abonnieren Sie kostenlos den Wirtschafts-Newsletter der Berliner Morgenpost
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Möglicherweise kommt der von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) eingebrachte und vom Kabinett am Mittwoch beschlossene Investitionsbooster zu spät, und anzunehmen ist auch, dass dieser Impuls nicht ausreichen wird: Geschäftslage, Ausblick und Stimmung bei den Unternehmen sind schon deutlich eingetrübt. Will man das Ruder herumreißen und Deutschland aus der Wirtschaftskrise hin zu überdurchschnittlichem Wachstum führen, müssen weitere, wirkliche Aufbruchsignale folgen. Dabei radikal zu denken – das hat sich die Regierungskoalition bislang nicht getraut.
Auch interessant
Investitionsbooster: Vielleicht gelingt es der Politik, ihren Ruf wieder zu verbessern
Neben Steuersenkungen brauchen die Firmen im Land zum Beispiel Entlastungen bei bürokratische Auflagen und bei den Sozialabgaben. Beides keine Selbstläufer, sondern harte Arbeit für die Koalition. Angesichts der Schieflage in den Sozialversicherungen drohen Arbeitgebern künftig hier aber eher noch stärkere Belastungen.

Immerhin hat Klingbeils Investitionsbooster das Potenzial, das Vertrauen der Wirtschaft in die Politik selbst wieder zu stärken. Nach Ampel-Chaos und sogar teilweisen Förderprogramm-Aussetzungen war der Ruf der Bundesregierung mit Blick auf die Verlässlichkeit von Entscheidungen arg angekratzt. Gut, wenn sich das wieder ändert.






