Die Regierung von Premierministerin Giorgia Meloni meint es mit ihren Plänen zu einer Rückkehr Italiens zur Atomenergie ernst. Der italienische Energiekonzern Enel gründet jetzt eine Unternehmenstochter für den Bau sogenannter Mini-Atomkraftwerke. Enel werde 51 Prozent an der künftigen Firma Nuclitalia besitzen, die auf Kraftwerksbau spezialisierte Firma Ansaldo 39 Prozent und der Rüstungskonzern Leonardo zehn Prozent, beschloss das Energieunternehmen.

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Wirtschaft in Berlin
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Die italienische Regierung hatte im Februar angekündigt, sie prüfe die Rückkehr zu Atomenergie. Sie beschloss einen Gesetzesentwurf, auf den zahlreiche Verordnungen für Detailregelungen zum Bau neuer Atomanlagen folgen sollen.
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Italien: Mit Atomkraft den Weg zur Klimaneutralität ebnen
Italien setzt nun wie andere Staaten auf modulare Klein-Reaktoren, sogenannte Advanced Modular Reactors (AMR). Dabei handelt es sich um Kernreaktoren, die hinsichtlich Größe und Stromerzeugungskapazität kleiner sind als herkömmliche Reaktoren. Durch eine standardisierte Bauweise sollen sie einfacher und kostengünstiger installiert werden können.
Mit einem Anteil der Atomkraft von elf Prozent im Energie-Mix könne man so den Weg zur Klimaneutralität bis 2050 um 17 Milliarden Euro verbilligen, lautet das Vorhaben der Regierung um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Sie rechnete damit, dass erste Klein-Reaktoren schon um 2030 in Betrieb gehen könnten.
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Nach Tschernobyl: Italiens langer Atomausstieg
Die Italiener hatten sich 1987 – ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl – in einem Referendum für den Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen. Die letzten Atomkraftwerke wurden 1990 stillgelegt. 2009 hatte der damalige Regierungschef Silvio Berlusconi angekündigt, wieder in die Kernkraft einsteigen zu wollen, legte sein Vorhaben nach der Katastrophe von Fukushima aber auf Eis. 2011 sprachen sich rund 94,5 Prozent der Italiener in einem weiteren Referendum gegen den Bau neuer Atomkraftwerke aus.


Auch nach dem Atomausstieg hat Italien technische Expertise in der Nukleartechnik behalten. Enel betreibt AKW in Spanien, der staatlich kontrollierte Versorger ENI investiert in den USA in die Entwicklung eines neuen Reaktortyps. Die Regierung in Rom befindet sich nach eigenen Angaben in Gesprächen mit französischen und US-Firmen, um eine Gesellschaft zu schmieden, die den Atomeinstieg in Italien umsetzen kann.
Atommesse in Piacenza: Industrie bringt sich für Renaissance der Kernenergie in Stellung
Die italienischen Gesellschaften wittern Geschäfte. In der Stadt Piacenza ist kommende Woche – von Mittwoch bis Freitag – die erste Messe geplant, die ganz dem Thema Atomindustrie gewidmet ist. „Nuclear Power-Expo“ lautet der Name der Messe. Daran wollen sich Unternehmen beteiligen, die künftig in Italiens Atomgeschäft mitmischen sollen.
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„Um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit, die Sicherheit und die soziale Entwicklung des Landes aufrechtzuerhalten, muss sich Italien mit Instrumenten und Infrastrukturen ausstatten, die der Bedeutung der anstehenden Herausforderungen angemessen sind. Dazu brauchen wir einen Energiemix, der neben der Kernenergie auch erneuerbare Energien umfasst, die stabil, sicher und kontinuierlich Energie liefern und frei von klimaschädlichen und umweltschädlichen Emissionen sind“, betont Gian Luca Artizzu, Geschäftsführer von SOGIN, die vom Schatzministerium kontrollierte Gesellschaft, die im Auftrag der Regierung die neuen Atommeiler verwalten soll.









