Egal ob Arbeiterklasse oder Akademikerhaushalt – zwischen Chlor- und Pommesduft dümpeln sie alle umher: die 80-Jährige, die rückenschwimmend durchs Wasser pflügt, der Manager, der dachte, ein Triathlon wäre mal eine gute Idee, die Eltern, die ihren Kindern das Schwimmen beibringen. Das Freibad ist für alle da. Doch damit könnte bald Schluss sein: Die Energiekosten steigen, viele Bäder sind marode. Laut einer Befragung des Verbandes kommunaler Unternehmen werden in diesem Jahr in jedem dritten Schwimmbad die Preise erhöht.

Auch interessant

Wenn das Freibad vom Familien- und Jugendtreff zur exklusiven Poolparty wird, dann ist nicht nur das soziale Miteinander in Gefahr. Es bedeutet vor allem, dass es noch mehr vom Geldbeutel der Eltern abhängt, ob Kinder schwimmen lernen oder nicht. Schwimmkurse sind teuer. Immer wieder gibt es Schulen, an denen der Schwimmunterricht ausfällt, weil Lehrerinnen und Lehrer fehlen – oder weil es keine Bäder mehr in der Nähe gibt. Auch Hallenbäder kämpfen schon lange gegen ihren Zerfall.

Emily Kietsch / Funke Mediengruppe
Emily Kietsch ist Volontärin in der FUNKE Zentralredaktion in Berlin.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Schwimmbäder zu teuer? Zahl der tödlichen Badeunfälle steigt

Während sich die eine Familie im Hotelpool auf Ibiza über den ersten Schwimmzug des Kindes freut, muss die andere zusehen, wie der Sommer zu Hause ohne einen einzigen Freibadbesuch vergeht. In einigen Städten wie Berlin beispielsweise kostet der Eintritt in manchen Freibädern bereits sieben Euro.

Dann halt ab in die Natur, zum Badesee, und dem Kind eben dort das Schwimmen beibringen. Das Problem: Dort sind keine Bademeister, die aufpassen und im Notfall Leben retten. Denn ja, Schwimmen können ist lebenswichtig. Die Zahl der tödlichen Badeunfälle in Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2024 sind laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft mindestens 411 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Wenn Schwimmen zum Luxus wird, dann sieht der Sommer finster aus.