Donald Trumps handelspolitische Obsessionen sind mit dem in Genf verkündeten ökonomischen „Waffenstillstand” nicht vorüber. Die USA und China haben sich mit dem auf drei Monate befristeten Moratorium dem durch grotesk hohe Strafzölle entstandenen Druck entledigt, der zu einem Handelsembargo zwischen den beiden größten Volkswirtschaften geführt hat.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Durch Trumps Vorpreschen wurde Wertschöpfung im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar verhindert. Lieferketten wurden unterbrochen. Entlassungen waren die Folge. Und Trumps Leumund als angeblich ach so genialer Wirtschafts-Fuchs wurde ramponiert. Wer zwischen den Zeilen der entstandenen Verhandlungslösung liest, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Trumps Großmanns-Pose erneut geplatzt ist.

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Er, nicht Chinas autokratischer Führer Xi Jinping, hätte politisch die zweite Jahreshälfte nicht überlebt, wären die astronomischen Aufschläge von 145 Prozent auf Pekings Produkte beibehalten worden. Finanzmärkte, Unternehmen und Verbraucher in den Vereinigten Staaten, die für klassische Waren wie Smartphones, Laptops und Elektronik enorm viel mehr zahlen müssten, sind seit Wochen auf Krawall gebürstet.

Dirk Hautkapp
Dirk Hautkapp, US-Korrespondent© ZR | bm

Dass nun ein großes Auftauen zu spüren ist, das auch dem Dollar frommt, kann kaum darüber hinwegtäuschen, dass der schlechteste Präsident in den jüngeren US-Geschichte wieder einmal ein Problem „gelöst” hat, das es ohne seine brachiale Intervention nichts gegeben hätte. Er wollte China in die Knie zwingen – und musste am Ende selber die weiße Fahne hissen. Instabilität und Unberechenbarkeit sind Markenzeichen eines Politikers, der niemals das zurückgewinnen wird, was es in einer engstens vernetzten Weltwirtschaft unabdingbar braucht: Vertrauen.

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