Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) mahnt die Mitglieder der SPD eindringlich vor einer Ablehnung des ausgehandelten Koalitionsvertrags von CDU, CSU und SPD. „Das Regierungsvakuum in den aktuell disruptiven Zeiten ist gefährlich. Es verunsichert die Betriebe erneut“, mahnte der ZDH-Präsident, Jörg Dittrich, gegenüber dieser Redaktion. „Deutschland muss endlich wieder regiert werden. Alle müssen sich ihrer gewaltigen Verantwortung bewusst sein. Unsere Gesellschaft und Wirtschaft, unsere Betriebe und Beschäftigen brauchen eine handlungsfähige Regierung, und zwar eine ohne Populisten rechter wie linker Couleur.“

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Dittrich appelliert dringend an alle SPD-Mitglieder: „Lasst den Regierungsstart nicht wegen einzelner Kritikpunkte im Koalitionsvertrag crashen. Union und SPD haben sich auf etwas geeinigt, mit dem Vieles möglich werden kann.“ Diese Chance sollte man ihnen geben. Seit Dienstag sind rund 358.000 Mitglieder der SPD aufgerufen, bis zum 29. April digital über den Koalitionsvertrag abzustimmen. Die Jugendorganisation der SPD, die Jusos, wollen den Vertrag ablehnen.

Jörg Dittrich
Jörg Dittrich ist Präsident Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Er sorgt sich um die Mitgliederabstimmung der SPD zum Koalitionsvertrag.© FUNKE Foto Services | Sergej Glanze
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Laut Dittrich ist eine baldige Regierungsbildung sehr wichtig: „Welche Alternativen gibt es zu dieser Koalition? Der Koalitionsvertrag ist ein Arbeitsplan“, sagt er. Nicht alles passe jedem, aber das sei in einer Demokratie doch normal. „Ein Nein wäre kein Denkzettel, sondern ein Risiko für uns alle – und das in einer Phase maximaler Unsicherheit.“

Handwerkspräsident: Deutschland braucht handlungsfähige Regierung

Der Handwerkspräsidenten bezeichnet die schnelle Einigung der Parteispitzen auf einen Koalitionsvertrag als gut. „Es ist verstanden worden, dass jetzt nicht die Zeit für parteipolitische Eitelkeiten ist. Für die Regierungsarbeit wichtig ist, was dann von dem Vertrag konkret umgesetzt wird.“

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Eindringlich verwies er auf die aktuelle Weltlage: „Wir haben disruptive geopolitische Veränderungen. Deutschland befindet sich das dritte Jahr in der Rezession. Zehntausende Jobs gehen verloren.“ In dieser Lage brauche das Land vor allem schnell eine handlungsfähige Regierung.