US-Präsident Donald Trump belegt insgesamt 185 Länder mit Strafzöllen von bis zu 50 Prozent. In Erwartung eines Handelskriegs sacken deshalb nun in den USA und weltweit die Aktienmärkte ab. Die großen US-Indizes wie der Dow Jones, der S&P500 und der Nasdaq lagen an der New Yorker Wall Street am Donnerstag nach Handelsbeginn im Minus. Der Dow Jones gab um 2,8 Prozent nach, der S&P500 um 3,4 Prozent und der Technologieindex Nasdaq sogar um 4,6 Prozent.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Stark betroffen waren US-Technologiekonzerne wie Apple, dessen Kurs um mehr als neun Prozent abstürzte. Textilhändler wie Gap oder Nike gerieten noch stärker unter Druck und verloren mehr als elf Prozent ihres Börsenwerts. 

In Deutschland drückten die Zollankündigungen am Donnerstagmorgen die Kurse ebenfalls kräftig ins Minus. Der deutsche Leitindex Dax rutschte zum Auftakt auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar und fiel zeitweise um 2,3 Prozent auf 21.873 Punkte.

Frankfurter Börse
Konjunktursorgen über die Strafzölle von Donald Trump drückten den Dax-Kurs am Donnerstagmorgen ins Minus. (Archivbild) © DPA Images | Arne Dedert

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank um 2,44 Prozent auf 26.824 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor ebenfalls über 2 Prozent. Der französische CAC 40 verzeichnete Verluste von 2,0 Prozent und der Londoner FTSE 100 verlor 1,2 Prozent. Auch andere europäische Börsen starteten mit einem Minus in den Handelstag.

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Trumps Zölle lassen Aktienkurse absacken

Vor Trumps Ankündigung am Mittwoch schloss die Börse in New York nach einigem Auf und Ab noch im Plus. Der Kurs des US-Dollars gab während Trumps Ansprache gegenüber dem Euro zunächst nach, erholte sich dann aber wieder. Seit dem deutschen Donnerstagmorgen gewann der Euro gegenüber dem US-Dollar um 1,67 Prozent. Das als krisensicher geltende Gold erreichte einen neuen Höchstwert.

Der japanische Leitindex Nikkei fiel am Donnerstag im frühen Handel deutlich um 3,4 Prozent und auch der breiter gefasste Topix-Index sackte ab. Der Aktienmarkt in Hanoi brach um fünf Prozent ein, nachdem Trump Vietnam mit besonders heftigen Zollaufschlägen von 46 Prozent belegt hatte. Auch die Börsen in Hong Kong und Australien starteten mit Verlusten in den Handelstag.

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Konjunktursorgen nach Trumps Zollankündigung

Stephen Dover, Marktstratege bei Franklin Templeton, sprach laut der dpa vom Ende der Freihandelsära. Die Zölle von Trump seien insgesamt viel höher als erwartet. Gefragt waren in diesem Umfeld als sichere Häfen geltender Anlagen wir Gold und Staatsanleihen.

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Mit dem Zollpaket gehen Konjunktursorgen einher. Die Notenbanken könnten durch lockere zins- und geldpolitische Maßnahmen einen Teil der konjunkturellen Folgen abpuffern, sagte Börsenexperte Andreas Lipkow. Sie seien jedoch in dem engen Korsett der Inflationsentwicklung gefangen, welches durch die Strafzölle ebenfalls beeinflusst werde.

Die USA belegen ab Samstag Einfuhren aus allen Ländern pauschal mit Zöllen von zehn Prozent. Zudem kündigte die US-Regierung einen komplexen Mechanismus wechselseitiger Zölle an, der für viele Länder höhere Abgaben vorsieht. Für die Europäische Union heißt das, dass Exporte ihrer Mitgliedsländer in die Vereinigten Staaten ab kommender Woche mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden.

os/dpa/afp