Rentnerinnen und Rentner dürfen sich auf kräftige Erhöhungen freuen. Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) hat zum Juli einen deutlichen Anstieg in Aussicht gestellt. Was dies konkret bedeutet.
Wie hoch ist die Rentenerhöhung?
Die Renten sollen in diesem Jahr zum 1. Juli um 3,74 Prozent steigen. Dies gilt bundesweit einheitlich für 21,4 Millionen Menschen und liegt über der bisherigen Schätzungen von 3,5 Prozent. Die Rentenerhöhung liegt über der Inflation. Im vergangenen Jahr betrug die Rentenerhöhung 4,57 Prozent und lag ebenfalls deutlich über der damaligen durchschnittlichen Preisentwicklung.
Warum steigen die Renten so stark an?
Das hat zwei Gründe. Wichtigste Grundlage für die Entwicklung der Renten sind die Löhne. Da die Gewerkschaften auch im vergangenen Jahr ein deutliches Plus für die Arbeitnehmer herausholen konnten, profitieren nun auch die Rentner von den Lohnsteigerungen. Zudem gilt noch bis zum Sommer eine Haltelinie beim Rentenniveau in Höhe von 48 Prozent. Damit sie eingehalten werden kann, muss es noch einen kleinen Zuschlag geben. Beides zusammen ergibt eine Anpassung um 3,74 Prozent. „Stabile Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben“, verteidigte Heil die Anpassung.
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Was bedeutet dies konkret für Rentner und Rentnerinnen?
Eine Altersrente von 1000 Euro erhöht sich um 37,40 Euro, bei 1500 Euro Rente sind es 56,10 Euro und bei 2000 Euro 74,80 Euro. Netto bleibt etwas weniger übrig, weil davon Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen werden. Rentnerinnen und Rentner sollten auch prüfen, ob sie mit der Anhebung möglicherweise steuerpflichtig werden, weil sie die Untergrenze beim steuerpflichtigen Einkommen überschreiten.
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Kann die Bundesregierung die Rentenanpassung willkürlich festlegen?
Das darf sie nicht. Maßgeblich ist die geltende Rentenformel. Sie sieht eine Koppelung der Rentenentwicklung an die Lohnentwicklung vor. Allerdings kann die Rentenformel auch geändert werden, etwa im Zuge einer großen Rentenreform. So gibt es beispielsweise die Forderung, die Renten künftig nur im Gleichschritt mit der Inflationsentwicklung anzuheben. Es ist offen, ob die künftige Bundesregierung eine große Reform anpackt.

Droht bei einer schwachen Lohnentwicklung eine Rentenkürzung?
Im Wahlkampf hat der scheidende Bundeskanzler Olaf Scholz der Union vorgeworfen, dass diese die Renten kürzen wolle. Das war deutlich übertrieben. Eine Kürzung ist gesetzlich verboten, selbst wenn die Löhne der Beschäftigten einmal sinken sollten. Indirekt trifft die Kritik schon eher zu. Denn nach geltendem Recht sinkt das Rentenniveau nach und nach weiter ab. Das bedeutet aber nicht, dass der einzelne Rentner oder die einzelne Rentnerin weniger bekommt als heute.
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Wird es auch in den kommenden Jahren mehr Geld für Rentner geben?
Mit den zuletzt starken Rentenerhöhungen dürfte es nach Einschätzung der Experten erst einmal vorbei sein. Die Lohnentwicklung hat deutlich nachgelassen, nachdem die Zeit mit sehr hohen Inflationsraten vorbeigegangen ist. Dennoch werden die Altersbezüge weiter steigen, nur eben nicht mehr so stark.
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Steigt mit den höheren Ausgaben auch der Beitragssatz für Arbeitnehmer an?
Generell trifft dies zu. Wenn die Zahl der Rentner, wie abzusehen, weiter wächst, wird zur Finanzierung der Mehrausgaben auch der Beitragssatz nach und nach angehoben werden.

Reicht die Erhöhung?
Für Millionen von Rentnern mit kleinen Bezügen wird die Steigerung „leider kaum im Portemonnaie zu spüren sein“, sagt Michaela Engelmeier vom Sozialverband Deutschland (SoVD). Für die kommende Regierung gäbe es deshalb einen klaren Auftrag: „Das Rentenniveau muss sehr schnell bei 48 Prozent stabilisiert werden.“ Engelmeier warnt davor, hier auf Zeit zu spielen. Um zu verhindern, dass Millionen mit kleinen Renten von Altersarmut bedroht werden, „benötigen wir auf lange Sicht ein Rentenniveau von 53 Prozent.“






