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Mallorca: Ryanair-Streiks könnten November-Urlaub ruinieren

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Ralph Schulze
Das sind die schönsten balearischen Inseln

Das sind die schönsten balearischen Inseln

Türkises Meer, raue Steilküsten und weiße Strände: Die Balearen-Inseln haben viel zu bieten. Wir zeigen die schönsten der Inseln.

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Mit ungewöhnlich hohen Temperaturen lockt Mallorca im November Reisende an. Die Wirtschaft profitiert – doch es stehen neue Streiks an.

Berlin. Allerheiligen in Badehose, das ist auch auf Mallorca, der von den Europäern meistbesuchten Insel, eine große Ausnahme. Das Thermometer markiert in diesen Tagen knapp 30 Grad Lufttemperatur. Auf der Insel bildet sich ein Bild fast wie im Hochsommer: blauer Himmel, Sonne, sanfte Wellen. An der Playa de Palma, Mallorcas berühmtestem und längstem Sandstrand, tummeln sich auch Ende Oktober noch zahlreiche Badegäste.

Es könnten über das kommende Wochenende, an das sich Allerheiligen anschließt, noch voller am Strand werden. Denn das ungewöhnlich sommerliche Wetter soll auf der spanischen Mittelmeerinsel noch wenigstens bis Anfang November anhalten.

„Es scheint, dass der Sommer 2022 auf Mallorca gar kein Ende mehr findet“, schreibt die deutschsprachige „Mallorca Zeitung“. Und tatsächlich: Das Wasser des Mittelmeeres lädt mit angenehmen 24 bis 25 Grad immer noch zum Baden ein. Damit hat Spanien Wassertemperaturen, die sich fast an jene annähern, die derzeit am legendären Miami Beach in Florida gemessen werden.

Mallorca-Urlaub im November: Tropische Nächte im Herbst

Mallorca bietet in diesen Herbsttagen karibisches Urlaubs- und Badeflair – gerade einmal zwei bis drei Flugstunden von Deutschland und anderen zentraleuropäischen Staaten entfernt. Zum Vergleich: An der Nordseeküste werden derzeit nur noch um die 15 Grad Wassertemperatur gemessen, an der Ostsee sogar nur maximal 13 Grad.

Auch in den Nächten werden jetzt immer noch außergewöhnlich milde Temperaturen registriert – tropische Nächte mitten im Herbst. Die Meteorologen sprechen von „tropischen Nächten“, wenn die Thermometerangaben zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang nicht unter 20 Grad sinken.

Das war zum Beispiel seit Mai am Messpunkt im Hafen der Inselhauptstadt Palma in 123 Nächten der Fall. Damit verzeichnete Mallorca so viele tropische Nächte innerhalb eines Jahres wie noch nie in der Wettergeschichte. Deswegen brummen in vielen mallorquinischen Schlafzimmern auch jetzt noch Klimaanlagen oder Ventilatoren.

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Urlaub in Spanien: Hitzwellen über das ganze Jahr

Schon das ganze Jahr über verzeichnet die Baleareninsel Mallorca Rekordtemperaturen. Eine Hitzewelle folgte der nächsten. Spitzentemperaturen von über 40 Grad im Schatten wurden gleich mehrmals im Hochsommer registriert. Das Wasser heizte sich stellenweise auf bis zu 31 Grad auf.

Und nun auch noch ein äußerst warmer „Jahrhundertoktober“, in dem die Temperaturen durch die von Nordafrika einströmenden Sahara-Luftmassen weit über den normalen Werten liegen. Zwar soll es nach Allerheiligen langsam etwas abkühlen. Aber auch für die erste Novemberhälfte wird weitgehend sonniges Wetter mit immer noch frühlingshaften Temperaturen um die 20 Grad vorhergesagt.

Wenn auf Mallorca nicht bald ein anhaltender Temperatursturz folgt, was derzeit nicht sehr wahrscheinlich ist, könnte 2022 nach Einschätzung von Experten zum wärmsten Jahr aller Zeiten werden. Die Klimaforscher besorgt diese Tendenz. Sie warnen, dass als Folge auf Mallorca und im gesamten Mittelmeerraum die Unwettergefahr steige.

Urlaub auf Mallorca: Ryanair kündigt neue Streiks an

Die Hoteliers jubeln derweil über eine verlängerte Saison: Noch nie werden so viele Hotels im November offen sein wie dieses Jahr. Bis Mitte November werden rund die Hälfte aller Herbergen auf der Insel offen bleiben, berichtet María Frontera, Chefin des mallorquinischen Hotelverbandes FEHM. In früheren Jahren waren die allermeisten Hotels im November bereits zu.

Die Reiselust Richtung Mallorca könnte allerdings durch neue Streikankündigungen bei Ryanair getrübt werden. Nach Teilen des spanischen Kabinenpersonals, das bereits seit Sommer im Ausstand ist, kündigte nun auch das spanische Bodenpersonal der irischen Airline einen bis Januar 2023 dauernden Ausstand an, der an diesem Freitag (28. Oktober) beginnt. Gewerkschaftsangaben zufolge sind die im Terminal tätigen Ryanair-Mitarbeiter zunächst vom 28. Oktober bis 1. November aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Anschließend soll an allen nachfolgenden Wochenenden im November gestreikt werden.

Im Dezember folgen weitere Streikwochenenden – unter anderem vor Weihnachten und Silvester. Wie schon beim Dauerstreik des spanischen Kabinenpersonals muss deswegen bei der Ryanair-Abfertigung in Spanien mit Störungen und Verspätungen gerechnet werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.