Geldinstitute

Berliner Geldinstitute planen Standortwechsel

Die Berliner Sparkasse mietet 25.000 Quadratmeter in Adlershof. Die Volksbank baut weiter an ihrer neuen Zentrale an der Bundesallee.

Anfang 2024 will die Berliner Sparkasse in den Bürocampus „Square 1“ nahe dem S-Bahnhof Adlershof einziehen.

Anfang 2024 will die Berliner Sparkasse in den Bürocampus „Square 1“ nahe dem S-Bahnhof Adlershof einziehen.

Foto: Bauwert AG / moka-studio

Berlin. Wenn Banken umziehen, ist die Logistik enorm. Die Planung muss sicher sein bis zum letzten Tresor und Schließfach. Und es braucht Platz, viel Platz. Im Falle der Berliner Sparkasse sind es fast 25.000 Quadratmeter – 22.000 über der Erde und 2600 unterirdisch.

Das Geldinstitut plant einen spektakulären Standortwechsel: Anfang 2024 zieht es in den Bezirk Treptow-Köpenick, mitten ins boomende Wirtschaftsumfeld des Gewerbegebietes Adlershof. Damit verlegt die Sparkasse einen ihrer zentralen Standorte von der Gustav-Meyer-Allee in Gesundbrunnen im Bezirk Mitte weit in den Südosten.

Ab Mai 2021 wird bei Adlershof der riesige Bürokomplex „Square 1“ aus dem Boden gestampft, in den die Berliner Sparkasse als erster Ankermieter einzieht.

Berliner Sparkasse wird Nachbar von Technologie und Forschung

Die Büros werden nahe dem S-Bahnhof Adlershof-Johannisthal, dem ehemaligen Betriebsbahnhof Berlin-Schöneweide, errichtet – und direkt an der neuen Trambahnstrecke, die zurzeit im Bau ist. „Die gute Anbindung war uns wichtig“, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Von den neuen geplanten Räumlichkeiten verspreche man sich „das richtige Umfeld für modernes Zusammenarbeiten, Austausch und Innovation“, betonte er. „Außerdem freuen wir uns auf die Nachbarschaft, die sich als Standort von Forschung und Technologieunternehmen etabliert hat.“ Auch die Humboldt-Universität ist in Adlershof mit einer naturwissenschaftlichen Abteilung vertreten, daneben gibt es mehrere Forschungseinrichtungen.

Der Umzug der Sparkasse ist für das Frühjahr 2024 geplant – für genaue Zahlen hinsichtlich Miete, Umzugskosten und auch der Beschäftigten, die dort arbeiten werden, sei es im Moment „noch zu früh“, sagte der Sprecher. Hauptzentrale des Geldinstituts bleibt das Haus am Alexanderplatz in Mitte, das seit 1932 Sitz der Berliner Sparkasse ist. Aktuell arbeiten an den beiden Standorten – am Alexanderplatz und an der Gustav-Meyer-Allee – rund 600 beziehungsweise 1600 Mitarbeiter. Den Standort in Gesundbrunnen wird die Sparkasse vollständig verlassen. Zur Nachnutzung äußerte sich der gegenwärtige Vermieter, die Investmentgesellschaft Commodus Real Estate, am Mittwoch auf Anfrage nicht.

Auch interessant: Milliarden-Investition Tür an Tür mit Adlershof

Square 1 in Adlershof: Investitionen in Höhe von 700 Millionen Euro

Der rund 172.000 Quadratmeter große Bürocampus „Square 1“ ist ein ehrgeiziges Immobilienprojekt der Firma Bauwert mit Sitz am Kurfürstendamm. Sie investiert nach eigenen Angaben 700 Millionen Euro in das Projekt zwischen Adlergestell und Groß-Berliner-Damm, das in mehreren Phasen bis 2024 hochgezogen werden soll.

Bauwert-Vorstand Bernd Schade sagte der Berliner Morgenpost über den Stellenwert des gesamten Projektes: „Wir wollen den innovativsten und modernsten Bürocampus Deutschlands bauen.“

Das Gebiet gilt als Zukunftsstandort: Weil in der Nähe auch mehr als 1000 neue Wohnungen entstehen, wird das Gelände um „Square 1“ in Adlershof-Johannisthal in den kommenden Jahren ein Arbeits- und Wohnort für Tausende Menschen werden.

Volksbank mit fast 15.000 Quadratmetern Bürofläche

Treptow-Köpenicks Bürgermeister Oliver Igel (SPD) wertet den Umzug der Sparkasse als „sehr gute Nachricht“ für seinen Bezirk, insbesondere wegen der Anziehungskraft des Unternehmens. „Das wird sicher auch dazu führen, dass weitere große Namen nachziehen“, sagte Igel auf Nachfrage. Mit etwa 1,7 Millionen Kunden ist die Berliner Sparkasse – Trägerin ist die Landesbank Berlin AG – Marktführer in Berlin.

Ein anderes großes Geldinstitut, die Berliner Volksbank, ist bei ihren Umzugsplänen indes schon weiter. Zuletzt hatte es allerdings Probleme auf der Baustelle an der Bundesallee in Wilmersdorf gegeben. Wie der „Tagesspiegel“ berichtete, wird die Genossenschaftsbank ihr neues Hauptquartier frühestens 2021 beziehen können – die Fertigstellung des „Quartiers Bundesallee“ verzögere sich, hatte das Geldinstitut der Zeitung bestätigt. Mitte September veröffentlichte die Volksbank eine Mitteilung auf ihrer Internetseite: Man habe sich mit dem Immobilienentwickler Consus Real Estate darauf verständigt, dass die Bank den Innenausbau ihres zukünftigen Unternehmenssitzes nun „selbstständig fertigstellen“ werde, hieß es.

Knapp 15.000 Quadratmeter Bürofläche wird der Neubau an der Bundesallee 206/Ecke Nachodstraße haben, wenn alles fertig ist. In der Tiefgarage entstehen 50 Pkw-Stellplätze, zehn davon mit einer Elektroladestation. Zusätzlich sind 110 Fahrradstellplätze und Ladestationen für E-Bikes vorgesehen. Das Projekt „Quartier Bundesallee“ umfasst vier Gebäude mit insgesamt 85 Wohnungen, die die Consus Real Estate fertigstellt. Die Wohnhäuser liegen im hinteren Grundstücksteil, den sogenannten Prager Hofgärten, benannt nach dem benachbarten Prager Platz.