Studie

Online-Shopping: Standort des Kunden entscheidet über Preis

Mal profitiert ein Kunde im Süden, mal im Norden. Eine Studie zeigt, dass die Preise in Online-Shops für identische Produkte variieren.

Online-Händler nehmen für identische Produkte zum Teil unterschiedliche Preise.

Online-Händler nehmen für identische Produkte zum Teil unterschiedliche Preise.

Foto: Cao Zhengping / dpa

Berlin.  Die Preise im Onlinehandel ändern sich für manche Produkte teilweise jede Minute. Die wenigsten Online-Händler wenden dabei jedoch individualisierte Preisunterschiede an. Dies hat eine Studie der Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale Brandenburg ergeben.

Um herauszufinden, ob Kunden zur gleichen Zeit im gleichen Online-Shop für das identische Produkt unterschiedliche Preise bezahlen, wurden 1550 Artikel bei Amazon und weiteren 16 Online-Händlern untersucht.

„Die aktuellen Ergebnisse sind ein neuer Beleg für die schwere Vergleichbarkeit von Preisen für Verbraucher im Internet“, kritisiert die Teamleiterin Kirsti Dautzenberg. „Für Verbraucher gibt es keinen verlässlichen Preis mehr.“

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Regionale Preiseunterschiede in Online-Shops festgestellt

Bei einem Online-Händler zahlten Kunden aus Marburg beispielsweise für Motorenöl 25 Euro weniger als im Rest der Republik. Bei Spielzeugen variierten die Preise sogar für gut 61 Prozent der Waren, bei einem Baumarkt waren es 52 Prozent. Manchmal werden auch unterschiedliche Versandkosten berechnet. Wie Amazon, Zalando und Co. ihre Preise in kurzer Zeit ändern.

Die Studie stellte keinen systematischen Preisvorteil fest. Mal profitierten Kunden im Süden, mal im Norden. Die Digitalteam-Leiterin Lina Ehrig von der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert deshalb mehr Transparenz auf Portalen.

„Wenn der Standort, das Surfverhalten oder das Endgerät Einfluss darauf haben, welchen Preis sie für ein Produkt zahlen, müssen Verbraucher das wissen“, so Ehrig. Worauf Kunden beim Online-Shopping achten sollten.