Wirtschaft

Millionenbetrug verhagelt Zalando die Quartalszahlen

Der Online-Modehändler Zalando hat den Umsatz im dritten Quartal um mehr als 40 Prozent gesteigert, schließt es aber mit Verlust ab.

Zalando musste Verluste wegen Betrugs hinnehmen

Zalando musste Verluste wegen Betrugs hinnehmen

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Zalando schließt das dritte Quartal mit einem Verlust von mindestens 18 Millionen Euro und einer Umsatzsteigerung von 41 bis 43 Prozent ab. Das geht aus den vorläufigen Quartalszahlen hervor, die der Online-Modehändler am Donnerstag veröffentlicht hat.

Danach beläuft sich das Ergebnis (Ebit) auf minus 18 bis 32 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von minus 2,5 bis 4,5 Prozent. Der Quartalsumsatz wird mit 707 bis 717 Millionen Euro angegeben.

Das Berliner Unternehmen hat vor dem Hintergrund des aktuellen Ergebnisses seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2015 auf 33 bis 35 Prozent angehoben. Die Prognose für die bereinigte Ebit-Marge wurde im Gegenzug auf drei bis vier Prozent gesenkt.

Ergebnis deckt sich nicht mit der Strategie

Für die ersten neun Monate des laufenden Jahres erwartet Zalando einen Konzernumsatz in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro, was einem Wachstum von rund 35 Prozent entspricht (Neunmonatszahlen 2014: 1,548 Milliarden Euro). Zalando rechnet darüber hinaus für den Neunmonatszeitraum 2015 mit einem bereinigten Ebit von 27 bis 41 Millionen Euro, oder in der Mitte der Spanne eine Marge von rund 1,6 Prozent.

Vorstandsmitglied Rubin Ritter hält trotz der aktuellen Zahlen am Ziel eines profitablen Wachstums fest, schränkt jedoch ein: „Unser Ergebnis im dritten Quartal deckt sich mit unserer Strategie, in langfristiges Wachstum zu investieren.“ Im dritten Quartal seien Wachstumschancen genutzt worden, um die Umsatzziele zu übertreffen und Marktanteile zu gewinnen.

Betrugsfälle - Software nun repariert

Eine Serie von Betrugsfällen hat Zalando die Quartalsprognose verhagelt. Sie hätten zu niedrigeren Einnahmen aus Inkasso-Forderungen geführt als ursprünglich angenommen, teilt der Konzern mit.

Wie es in einer Mitteilung des Konzerns heißt, summieren sich die Einnahmeausfälle auf einen einstelligen Millionenbetrag. Aus Unternehmenskreisen verlautet, die fehlerhaften Computerprogramme seien inzwischen repariert worden.

Die aktuellen Zahlen werden ferner mit Technologieinvestitionen im Logistikbereich und erhöhten Marketingaufwendungen begründet. So wurde mehr Kapital in das Marketing für App-Downloads investiert.

Als weiteren Grund nennt Zalando den „relativ frühen Start in die Herbst/Winter-Saison“. Er habe das Verhältnis von Marketingkosten zu Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal höher ausfallen lassen.

Zalando wird die endgültigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2015 am 12. November veröffentlichen.