IHK

Produktbörse der IHK zeigt Honig, Saft und mehr aus der Region

200 Unternehmen haben bei der Regionalen Produktbörse im Ludwig-Erhard-Haus der Industrie- und Handelskammer ihre Produkte präsentiert.

Imkerin Johanna Jaeger bietet Honig aus dem Naturschutzgebiet Tegeler Fließ an

Imkerin Johanna Jaeger bietet Honig aus dem Naturschutzgebiet Tegeler Fließ an

Foto: Amin Akhtar

Eine kleine Grüne Woche gab es am Dienstag im Ludwig-Erhard-Haus der Industrie- und Handelskammer (IHK) an der Fasanenstraße. 200 Unternehmen besuchten die regionale Produktbörse, bei der 43 Aussteller ihre Kreationen präsentierten. Bei dieser Veranstaltung bringt die IHK Erzeuger, Handel und Gastronomie zusammen.

Für die kleinen und mittleren Betriebe sollen sich neue Vertriebswege und Netzwerke öffnen. „Das Interesse an gutem Essen und regionalen Produkten aus kleinen Berliner Manufakturen ist größer denn je“, sagte Christian Wiesenhütter, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin. „Heimische, qualitativ hochwertige Erzeugnisse liegen im Trend.“ Nicht nur Handel und Gastronomie, sondern zunehmend auch touristische Dienstleister hätten die damit verbundene Chance erkannt.

Regionalität sei Thema der Stunde, sagte auch Sabine Toepfer-Kataw, Staatssekretärin für Verbraucherschutz in Berlin, bei der Eröffnung. „Das ist gut, denn damit stärken wir die Wirtschaft hier vor Ort.“ Lokale Produkte stünden für kurze Wege und Transparenz. „Ich wusste immer schon, dass wir mehr können als Currywurst.“

Aber auch Currywurst will gekonnt sein. Das weiß Fleischermeister Wolfgang Schwarzer, Geschäftsführer der Currywurst-Manufaktur Maximilian. Seit 49 Jahren stellt das Neuköllner Traditionsunternehmen die Leib- und Magenspeise der Berliner her – mit und ohne Darm. Mittlerweile werden Maximilian-Würste sogar in München verkauft. Schwarzer versichert, dass in seiner Wurstküche Zutaten nach alten Rezepten mit natürlichen Gewürzen verarbeitet werden. Zwölf Menschen finden in der Manufaktur Arbeit. Was ist das Geheimnis seiner Wurst und seiner Schweinefleisch-Bouletten? „Dass man sie wieder essen will“, sagte er.

Johanna Jäger bietet unter der Marke Fließgold Honig aus Hermsdorf an. Sie besitzt 60 Bienenvölker, die überwiegend im Naturschutzgebiet Tegeler Fließ Nektar sammeln. Der Großvater und der Vater sind Hobbyimker. Die Tochter übernahm den Betrieb vor drei Jahren. „Wir verwenden nur Bioprodukte“, sagt die Imkerin. Die Beuten genannten Bienenkästen sind aus Holz, sie werden nur mit umweltverträglichen Lasuren behandelt. Und die Bienen fliegen auch nicht auf Rapsfelder, auf denen häufig Pestizide eingesetzt werden. Ein offizielles Bio-Zertifikat hat die Imkerin, die den Berliner Honigbären als Firmenlogo ausgewählt hat, allerdings noch nicht erworben – zu teuer.

Einziger deutscher Wermut-Hersteller

Hochprozentig geht es bei Sebastian Brack zu, dem nach eigenen Worten einzigen deutschen Wermut-Hersteller. Seine Produkte aus regionalem Wein und Kräutern reifen in der eigenen Manufaktur und werden unter der Marke Belsazar im Feinkosthandel vertrieben.

Einen Saftladen im guten Sinn des Wortes haben Tarek Mandelartz und Kasia Bartsch aufgebaut. Ihre vier Sorten werden deutschlandweit in einer Fitness-Kette angeboten. Das junge Unternehmen „Die Safterei“ beliefert auch eine Bank und eine Unternehmensberatung mit ihren Produkten. Im Angebot sind vier Sorten – ohne Zusätze, vegan, glutenfrei, kaltgepresst und damit ganz nach dem Geschmack des jungen Hip­ster-Berlin. „Wir sind Unternehmer aus Überzeugung“, antwortet Mandelartz auf die Frage, wie er binnen weniger Monate einen so großen Kundenstamm aufgebaut hat. 600 Liter verarbeitet die Manufaktur pro Monat.