Deutsche Bahn

Kostenloses WLAN für alle Bahnkunden für 2016 geplant

Konzernchef Rüdiger Grube hat ein 200-Millionen-Programm für Fernzüge angekündigt. Im Lauf des Jahres 2016 soll es WLAN in allen Fernzügen geben.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Kostenloses WLAN für alle Fahrgäste wird es bei der Deutschen Bahn erst „im Laufe des Jahres 2016“ geben. Bahn-Chef Rüdiger Grube erklärte dies mit den umfangreichen technischen Arbeiten, die für einen störungsfreien Betrieb nötig seien. Bis Ende dieses Jahres könnten aber immerhin die Kunden in der ersten Klasse in 231 der 255 ICE kostenlos im Internet surfen, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ vom Mittwoch.

Die Deutsche Telekom arbeite „mit Hochdruck“ daran, die Strecken rechts und links der Gleise so auszustatten, dass sich bei Tempo 250 oder noch schneller 450 Menschen gleichzeitig aus einer Funkzelle aus- und in die nächste einwählen können, sagte Grube. Die Bahn wolle vermeiden, dass sich die Kunden wegen schlechter Verbindungsqualität ärgerten.

200 Millionen Euro zusätzlich

Um „Service, Qualität und Pünktlichkeit im Fernverkehr zu verbessern“, will die Bahn in den kommenden drei Jahren insgesamt 200 Millionen Euro zusätzlich ausgeben, kündigte Grube an. Kunden würden zum Beispiel bald früher informiert, wenn ein Zug in umgekehrter Wagenreihung einfahre.

Die Bahn arbeite zudem daran, „die Pünktlichkeit von Zügen besser vorhersehbar zu machen“. Das sei mit einer vernetzten Kommunikation künftig möglich. Das Geld soll auch in Bordbistros und Toiletten investiert werden. „Bahnfahren muss einfach komfortabler werden“, gab Grube sein Ziel aus.

Grube testet Fernbus inkognito

Auf einen Preiskampf mit den meist deutlich billigeren Fernbussen will sich die Bahn nicht einlassen. „Wir machen kein Dumping“, sagte Grube der „Süddeutschen Zeitung“. Er testete die Konkurrenz kürzlich selbst und fuhr mit einem Fernbus von Hamburg nach Berlin – „inkognito“, wie er erzählte. „Ich wollte mal ausprobieren, wie das genau funktioniert, von Anfang bis zum Ende.“

Er habe sich auf seinem Smartphone über das günstigste Ticket informiert. „Am Ende saß ich morgens um sieben mit elf weiteren Fahrgästen im Bus.“ Er habe die Fahrt ziemlich unbequem gefunden, der Bus habe zudem eine Stunde Verspätung gehabt.

Gezahlt für die Fahrt habe er zwölf Euro, sagte Grube dem Blatt. „Das ist Wahnsinn.“ Den Anbieter koste jeden Kilometer Fahrt 1,50 Euro, bei knapp 300 Kilometern von Hamburg nach Berlin seien das 450 Euro. „Wenn aber zwölf Personen jeweils zwölf Euro für ein Ticket zahlen, macht der Bus nur 144 Euro Umsatz“, rechnete Grube vor. Er schreibe also 300 Euro Verlust.

Es sei nicht verwunderlich, dass drei Anbieter bereits wieder aus dem Markt ausgeschieden seien. Auch die Bahn, selbst der drittgrößte Fernbusanbieter in Deutschland, erreiche hier „nur mit großer Mühe eine schwarze Null“.