Stellenabbau

Bei Osram drohen betriebsbedingte Kündigungen

Der Lichtkonzern streicht weltweit massiv Stellen - allein 1700 in Deutschland, viele davon in Berlin. Osram-Chef Dehen will dabei betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen.

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Osram-Chef Wolfgang Dehen schreckt beim neuerlichen Stellenabbau nicht vor Entlassungen zurück. „Wir können nicht ausschließen, dass es bei der zweiten Welle auch zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird“, sagte der Manager am Mittwoch in einer Telefonkonferenz.

Dehen plant wegen des wegbrechenden Geschäfts mit herkömmlichen Leuchtmitteln in einer zweiten Runde die Streichung von fast 8000 Stellen bis Herbst 2017, davon 1700 in Deutschland. Bis Oktober 2014 fallen ohnehin bereits 8700 Arbeitsplätze weltweit weg.

Abbau in Deutschland, aber keine Werksschließungen

Der bisherige Plan sah vor, insgesamt elf Werke dichtzumachen. Nun kämen weitere im Ausland hinzu, sagte Dehen. Zuletzt hatte der Leuchtmittelhersteller eine Belegschaft von 33.900, davon 9500 im Inland. In Berlin beschäftigte das Unternehmen Ende 2013 knapp 1400 Mitarbeiter.

Von der neuen Sparrunde würden vor allem Mitarbeiter in den Werken Augsburg und Berlin betroffen sein, heißt es einem Bericht des Magazin „Wirtschaftswoche“. Zu Werksschließungen soll es aber in Deutschland nicht kommen, wie Dehen in der Telefonkonferenz betonte.

CDU-Politiker fordert Erhalt des Standortes

Der CDU-Wahlkreisabgeordnete Matthias Brauner sagte zum Stellenabbau: „Ich hoffe sehr, dass der Osram-Produktionsstandort in Berlin-Siemensstadt nicht oder zumindest nur mit einem sehr geringen Anteil von den Einsparungen des Unternehmens betroffen sein wird.“

Am Rande der Innenstadt und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hochtechnologiestandort Siemens Technopark Berlin erlebe das Viertel gerade eine industrielle Wiedergeburt. Wenn Osram hier nun seine Produktion ganz oder teilweise einstellen würde, wäre das ein falsches Signal.

„Osram sollte vielmehr darüber nachdenken, am Standort Siemensstadt - wie auch BSH zuvor - ein Innovationszentrum des Unternehmens zu schaffen. Die kreative Umgebung Berlins bietet den geeigneten Raum, um neue Produkte und Technologien zu erforschen. Das Label ‚made in Berlin‘ würde auch Osram gut stehen“, sagte Brauner.