Der Berliner Onlinemodeversender Zalando bereitet offenbar den Börsengang für den Herbst vor. Das Berliner Unternehmen habe die Investmentbanken Credit Suisse, Morgan Stanley und Goldman Sachs mandatiert, um einen Börsengang im September vorzubereiten, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen. Zuvor hatte das Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ berichtet, als Handelsplatz sei die US-Technologiebörse Nasdaq im Gespräch.

Zalando wollte die Informationen nicht bestätigen. „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen und kommentieren diese nicht“, teilte Vorstand Rubin Ritter mit. „Wir schauen uns ständig alle Optionen für die weitere Zukunft des Unternehmens an und dies beinhaltet auch einen Börsengang.“ Der größte Anteilseigner, die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, und die beteiligten Banken äußerten sich nicht.

Ein Börsengang des schnell wachsenden Unternehmens wird seit Langem erwartet, zumal seit sich Zalando Ende vergangenen Jahres in eine Aktiengesellschaft umgewandelt hatte. Zudem treffen Internetunternehmen derzeit auf risikobereite Investoren. Vor allem in den USA gab es in den vergangenen Monaten mehrere große Internetbörsengänge. Am Dienstag wurde bekannt, dass Chinas führender Onlinehändler Alibaba ebenfalls einen Börsengang an der Nasdaq plant. Es wäre mit mehr als 15 Milliarden Dollar der größte der Technologiebranche überhaupt. Alibaba wäre so bis zu 200 Milliarden Dollar wert. Angesichts des positiven Börsenumfelds bereitet sich auch der Berliner Restaurantbestelldienst Delivery Hero auf den Gang an eine US-Börse vor.

1,8 Milliarden Euro Umsatz

Zalando ist innerhalb von nur fünf Jahren zu einem Unternehmen mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro in 2013 aufgestiegen. Profitabel ist das Unternehmen allerdings noch nicht, im vergangenen Jahr machte es einen Verlust von 118 Millionen Euro. Rund die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet Zalando im Ausland, das Unternehmen ist in 14 Ländern Europas aktiv. Mittlerweile beschäftigt der Versender mehr als 5000Mitarbeiter. 3000 davon arbeiten in der Zentrale in Berlin und im Logistikzentrum Brieselang.

Kinnevik, die 36 Prozent der Zalando-Anteile hält, hatte das Unternehmen zuletzt mit 3,9 Milliarden Euro bewertet. Nach Kinnevik sind die Samwer-Brüder die zweitgrößten Anteilseigner. Über ihren European Founders Fund halten sie 18 Prozent. Knapp zehn Prozent gehören dem dänischen Modekonzern Bestseller, der Modemarken wie Jack&Jones verkauft.

gri/rtr