Der Berliner Onlinemodeversandhändler Zalando will etwas für die Mitarbeiter in seinen Logistikzentren tun. Es soll zusätzliche Sitzmöglichkeiten geben, kündigte das Unternehmen auf seiner Webseite an. „Selbstverständlich können sich Mitarbeiter, die sich unwohl fühlen, jederzeit ausruhen und hinsetzen“, schrieb Zalando-Manager David Schröder. „Die meisten Arbeitsprozesse werden jedoch weiterhin – wie in jedem anderen Logistikzentrum auch – zum großen Teil im Stehen oder Gehen ausgeführt werden.“
Gemeinsam mit den Mitarbeitern wolle man zudem über längere Pausen diskutieren, erklärte Schröder, wobei Pausen bereits von 45 auf 60 Minuten verlängert wurden. Auch über eine weitere Anpassung der Schichtzeiten an den öffentlichen Nahverkehr werde nachgedacht. Eine Belohnung von 500 Euro für Mitarbeiter, die andere beim Diebstahl ertappen und Vorgesetzte darauf hinweisen, soll abgeschafft werden.
Kritischer RTL-Bericht
Die Änderungen gelten für alle Standorte, sagte eine Zalando-Sprecherin. „Das sind zum Teil Maßnahmen, die sofort umgesetzt werden und andere, an deren Umsetzung wir über die nächste Zeit arbeiten.“ Zalando betreibt Logistikzentren im brandenburgischen Brieselang (1000 Mitarbeiter), in Erfurt (2000) und in Mönchengladbach (800). Für die Berliner Zentrale arbeiten mehr als 2000 Beschäftigte.
Damit reagiert Zalando auf einen Bericht des TV-Senders RTL, der die Arbeitsbedingungen im Logistikzentrum Erfurt angeprangert hatte. Eine Journalistin hatte drei Monate lang mit versteckter Kamera am Zalando-Standort in Erfurt recherchiert. Die Reporterin warf dem Unternehmen vor, Angestellte massiv unter Druck gesetzt und überwacht zu haben. Zalando wies die Vorwürfe zurück.
BM


