Ab Herbst 2009 verschwanden in der Europäischen Union nach und nach die Glühbirnen aus den Regalen der Geschäfte. Die EU-Kommission hatte entschieden, dass die ineffizienten Leuchtmittel mit hohem Verbrauch und niedriger Lichtausbeute aus Umweltschutzgründen verbannt werden sollten. Ziel war es, den Ausstoß des Treibhausgases CO2 zu senken.

Nun legt die EU mit einer neuen Verordnung zur Ökodesign-Richtlinie nach: Ab September 2014 dürfen keine Staubsauger mehr verkauft werden, deren Stromverbrauch (Leistung) über 1600 Watt liegt. Drei Jahre später werden die Geräte auf 900 Watt begrenzt. Im Jahr 2005, so hat die Kommission errechnet, lag der Stromverbrauch aller Staubsauger in der EU bei 18 Terawattstunden (TWh), 2020 wird er voraussichtlich bei 34 TWh liegen. Zum Vergleich: 18 TWh entsprechen etwa der Stromproduktion von rechnerisch eineinhalb Atomkraftwerken des Typs Isar 2 in Niederbayern.

Nur noch maximal 1600 Watt

Mancher Kritiker sehen angesichts dieser weiteren Energie-Regulierung erneut eine Bevormundung des Konsumenten durch die EU. Ob Überregulierung oder sinnvolle Maßnahme: Die Begrenzung der Saugerleistung muss nicht zwangsläufig dazu führen, dass die EU zu einer Gemeinschaft der schlecht gereinigten Böden und Polster wird. Wie ein jetzt veröffentlichter Bericht der Berliner Stiftung Warentest zeigt, gibt es bereits Geräte, welche die zukünftige Norm von maximal 1600 Watt erfüllen. Alle 15 Sauger im Test lagen darunter.

Um die weitere Absenkung auf 900 Watt erfüllen zu können, müssen sich die Hersteller jedoch noch etwas einfallen lassen: Die getesteten Staubsauger brauchen den Messungen der Tester zufolge durchweg mehr Energie. Die mit „gut“ bewerteten liegen bei gut 1200 bis knapp 1400 Watt. Lediglich ein einzelnes Gerät von Siemens erzielte ein „gutes“ Qualitätsurteil bei gerade einmal 869 Watt Leistungsaufnahme. Doch ausgerechnet dieses Gerät wurde kürzlich aus dem Verkauf genommen. In unserer Liste ist es deshalb nicht aufgeführt (wie ein Gerät der Marke Kalorik sowie zwei Sauger von Aldi Nord, die zeitlich befristet als Aktionsware gehandelt wurden).

Immerhin zeigt das Siemens-Produkt, dass auch bei guter Reinigungsleistung die Marke von 900 Watt schon zu unterbieten ist. Denn die Stärke des stromfressenden Saugermotors ist nicht alles. Es gibt ein weiteres Merkmal, das darüber entscheidet, ob Staub, Haare und Fussel im Teppich hängen bleiben oder im Sauger verschwinden: Die Konstruktion des gesamten Staubsaugers gebe den Ausschlag, schreibt die Stiftung Warentest. „Die Düsen müssen aerodynamisch geformt und richtig auf das Gerät abgestimmt sein.“

Entsorgen der Filtertüte als hygienischer eingestuft

Es existieren zwei Varianten des Staubsammelns: Zum einen Geräte mit wechselbarem Filterbeutel und andererseits solche mit entleerbarer Staubbox. Wie der Test in der aktuellen Ausgabe von „Test“ zeigt, ist Sauberkeit keine Frage der Staubsammelmethode, bei beiden Varianten gibt es gute Produkte. Die Vor- und Nachteile: Mit der Staubbox entfällt das Filtertütenkaufen, was Folgekosten spart. Doch die Stiftung Warentest stuft das Herausnehmen und Entsorgen der Filtertüte als hygienischer ein. Beim Reinigen der Staubbox könne man sich den Staub kaum vom Leib halten, was vor allem für Hausstauballergiker ein Problem ist.

Der Blick auf die 15 getesteten Geräte zeigt, dass man einen Staubsauger schon für 40 Euro bekommen, aber auch mehr als 200 Euro ausgeben kann. Von den preisgünstigsten Geräten raten die Tester indes ab, die Leistung stimme da einfach nicht. Die mit dem Gesamturteil „gut“ bewerteten Produkte liegen bei 139 bis gut 200 Euro.

Das sind die Geräte und Qualitätsurteile, zunächst jene mit Beutel (nicht mehr verkaufte sind weggelassen, die Preise geben den mittleren Kaufpreis an oder beziehen sich auf Herstellerangaben). Testsieger ist der Miele S8340 EcoLine (Endnote 2,0, 197 Euro). Es folgen Eio Razzer Eco2 (2,2, 156 Euro), Dirt Devil DD 7770 (2,4, 139 Euro), Fakir Willi (2,7, 157 Euro), Hoover TTE 1406 Telios Plus (3,1, 85 Euro) sowie Panasonic MC-CG522 Eco Max Light (4,3, 81 Euro).

Lärm machen alle Staubsauger

Unter den beutelfreien Geräten mit Staubbox schnitten zwei „gut“ ab: Samsung SC86H0 Eco Wave (2,2, 202 Euro) und Philips FC 8769 Power Pro Eco (2,3, 177 Euro). Weitere Geräte mit Staubbox: AEG AUPG3801 Ultraperformer Öko (2,8, 229 Euro), Dirt Devil M5080 Equ Turbo Silence (2,8, 109 Euro) und Cleanmaxx DV-7488-3 Kompakt ZG (4,9, 40 Euro).

Eine wichtige Frage für Tierhalter ist, wie gut das Gerät Fasern, also auch Haare, von Böden und Polstern aufnimmt. Die mit insgesamt „gut“ bewerteten Geräte schaffen auch das „gut“. Ausnahme: Das insgesamt „gute“ Filterbeutelgerät Dirt Devil DD 7770 erreicht bei Haaren auf Polstern nur „ausreichend“.

Für viele ein wichtiges Kriterium ist auch die Geräuschentwicklung. Hier gibt es offenbar noch einiges für die Hersteller zu tun. Die Ergebnisse des Teiltests Geräusch sind nicht so überzeugend wie etwa die des Teiltests Saugkraft. Am besten schnitten in diesem Punkt noch die beiden Staubbox-Geräte von Samsung und Dirt Devil ab, gefolgt vom Testsieger, dem Miele Filterbeutelgerät.

Die Ergebnisse finden Sie in allen Details im Februar-Heft von „Test“ oder unter www.test.de/staubsauger.