Berlin und Siemens wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen. Das vereinbarten der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der neue Vorstandsvorsitzende von Siemens, Joe Kaeser, bei einem Gespräch. „Siemens kommt aus Berlin und gehört zu Berlin“, sagte Kaeser anschließend. Der Konzern brauche für die weitere Entwicklung die richtigen Rahmenbedingungen. Und: „Die Initiativen des Berliner Senats zur Stärkung der Industrie sind ein erfreuliches Signal.“
„Für den Senat hat die Vertiefung der Kooperation mit Siemens als größtem industriellen Arbeitgeber der Stadt eine herausragende Bedeutung“, sagte Wowereit. Gute Chancen für den Ausbau der Kooperation sehe er vor allem im Bereich Smart City, bei der Entwicklung urbaner Technologien und beim Schaufenster Elektromobilität. Siemens ist mit rund 12.000 Mitarbeitern der größte industrielle Arbeitgeber in Berlin. Zugleich ist Berlin mit dem Gasturbinenwerk, den Schaltwerken, dem Messgerätewerk, dem Dynamowerk und dem Werk für Bahnautomatisierung der größte Fertigungs- und Ausbildungsstandort von Siemens.
Der neue Siemens-Chef will auch die Konzernzentrale in München mächtiger machen und damit die vier einzelnen Sparten enger zusammenführen. „Wir werden unsere Konzernzentrale massiv stärken“, sagte Kaeser. Sechs Manager würden sich dort von Januar an um Disziplin und Zusammenhalt des Unternehmens kümmern. Darunter würden zwei bis drei Frauen sein. Der Vorstand könne sich dadurch stärker seiner Hauptaufgabe widmen, dem operativen Geschäft.
Kaeser machte deutlich, dass es für ihn zweitrangig sei, in wie viele Sparten Siemens aufgegliedert sei. „Diese Debatte nervt mich richtig“, sagte der Manager. „Wir sind eine Firma.“ Mit Blick auf Spekulationen über die Zukunft der schwächelnden Sparte „Infrastruktur und Städte“, in der unter anderem das Bahn-Geschäft eingegliedert ist, sagte er: „Ob es diesen City-Infrastruktur-Sektor morgen noch gibt oder nicht, ist irrelevant.“ Man werde sich auf Inhalte konzentrieren. Das Thema Mobilität habe aber eine gewaltige Zukunft. Zur Sparten-Frage werde er sich in Kürze noch einmal ausführlich äußern.
Kaeser deutete zudem an, dass er die Beteiligung der Mitarbeiter am eigenen Unternehmen über Aktien stärken wolle. Die Mitarbeiter hätten Interesse an der nachhaltigen Entwicklung von Siemens. Dies könne man von den großen Investoren nicht erwarten, weil diese auf die kurzfristige Entwicklung ihrer Anlagen wie Fonds achten müssten.
dpa/mim


