Nach Insolvenz

Solarfirma Conergy in Brandenburg sucht weiter Investor

Das ums Überleben kämpfende Solarunternehmen Conergy wird aufgespalten. Der Konzern hat zwei Wochen nach dem Insolvenzantrag einen Käufer für einen Teil des Geschäfts gefunden.

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Der US-Finanzinvestor Kawa werde die globalen Vertriebs- und Servicegesellschaften sowie die Marke Conergy übernehmen, berichtete das Solarunternehmen Conergy. Eine Absichtserklärung sei unterzeichnet. Der Kaufvertrag soll in der zweiten August-Hälfte unterschriftsreif sein. Kein Interesse hat Kawa demnach aber an den beiden Produktionstöchtern in Brandenburg.

Wie viele der rund 1200 Conergy-Stellen erhalten bleiben, ist noch offen. Einer Sprecherin zufolge wird Kawa sicher die rund 400 Mitarbeiter der Auslandsgesellschaften übernehmen. Noch ausgehandelt werden müsse, wie viele der gut 200 Beschäftigten aus der Konzernzentrale zu Kawa wechseln. „Wir wussten, dass wir sehr schnell sein müssen, wenn wir eine Lösung erzielen wollen, die eine Vielzahl von Arbeitsplätzen erhält“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz. „Eine solche Lösung scheint sich nun tatsächlich abzuzeichnen.“

Für die zahlungsunfähigen Produktionstöchter in Brandenburg sucht Undritz noch nach Lösungen. Er gab sich aber zuversichtlich. Für den Gestellhersteller Mounting Systems mit 200 Beschäftigten in Rangsdorf südlich von Berlin gebe es bereits erfolgsversprechende Gespräche mit Investoren. Die Produktion sei sehr gut ausgelastet. Die Tochter stellt Rahmen und Gestelle für Solaranlagen her.

Am Montag soll Produktion in Frankfurt/Oder wieder starten

Auch für die Modulfertigung in Frankfurt/Oder versprach Undritz eine zügige Lösung. Am Montag soll dort die Produktion wieder beginnen. Nach der Insolvenzanmeldung war sie unterbrochen worden, um rechtliche Fragen zu klären. Die 320 Mitarbeiter bekommen ihren Lohn derzeit über das Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit.

Wegen des heftigen Preisverfalls war die Modulproduktion bei Conergy zuletzt eines der großen Problemfelder. Experten bezweifeln, dass der vorläufige Insolvenzverwalter für das Modulwerk einen Käufer finden wird. Auch der Autozulieferer Bosch hat große Probleme, sich von seinem vor wenigen Jahren zugekauften Solargeschäft zu trennen. In der Branche heißt es, dass mögliche Investoren sogar schon gefragt hätten, wie viel Geld man für die Übernahme von Produktionsanlagen mitbekomme.

„Kawa ist unser Wunschpartner“, sagte Conergy-Chef Philip Comberg. „Wir haben bereits seit Monaten intensive Verhandlungen zum Einstieg bei Conergy geführt und waren uns über die Zukunftsstrategie für Conergy schon lange einig.“ Die Banken hatten sich damals nicht einigen können, weil sie auf einen Teil ihrer Kredite hätten verzichten sollen. Dann verzögerte sich ein Großprojekt und die beiden Produktionsgesellschaften in Brandenburg wurden zahlungsunfähig. Für die Konzernführung entfiel damit die positive Prognose für den Konzern. Das Management beantragte am 5. Juli beim Amtsgericht Hamburg wegen Überschuldung ein Insolvenzverfahren.

Der US-Investor Kawa Capital Managementaus Miami im US-Bundesstaat ist ein vergleichsweise kleiner Vermögensverwalter. Er verwaltet ein Volumen von mehr als 500 Millionen Dollar (rund 380 Millionen Euro). Das Unternehmen will Kundengeld unter anderem in Solarprojekte investieren. Für den Bau dieser Anlagen beteiligt es sich nun an Conergy. Die Hamburger hatten zuletzt komplette Solaranlagen entwickelt und gebaut.