Insolvenz

Übernahme des Grand Hotels Heiligendamm verzögert sich

Die Übernahme des insolventen Grand Hotels Heiligendamm an der Ostsee verzögert sich. Die Berliner Investoren sollen den vereinbarten Teil des Kaufpreise noch nicht bezahlt haben.

Foto: Bernd Wüstneck / ZB

Der vor einem Monat verkündete Verkauf des insolventen Grand Hotels im Ostseebad Heiligendamm verzögert sich. Entgegen der Vereinbarung finde die zum 1. Juli geplante Betriebsübergabe an eine Berliner Investorengruppe nicht statt, „da der dafür vorgesehene Teilkaufpreis noch nicht bezahlt ist“, erklärte Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum am Montag.

Zwischen den Beteiligten bestehe Uneinigkeit über die Fälligkeit der Zahlung, die aber Voraussetzung für den Betriebsübergang sei. Der Insolvenzverwalter, der die Belegschaft am Vormittag über den Stand der Dinge informierte, führt nach eigenen Angaben den Betrieb des Fünf-Sterne-Plus-Hotels zunächst fort.

Zumbaum äußerte sich trotz des Streits zuversichtlich, dass das Geschäft doch noch zustande kommt. Im Gespräch war zuletzt eine Kaufsumme von etwa 30 Millionen Euro.

Anfang Mai hatte Zumbaum die Berliner Beratungs- und Immobilienfirma Palladio AG und die Investitionsgesellschaft De & De Holding GmbH als Käufer präsentiert. Deren gemeinsame Firma Resort Heiligendamm GmbH & Co KG sollte die Geschäfte führen.

Gerüchte um Verkauf

Während der Suche nach einem Investor hatte es zahlreiche Gerüchte zur Zukunft des Nobelhotels an der Ostsee gegeben, darunter ein stückweiser Verkauf, den Kritiker als „Zerstörungsplan“ bezeichneten. So war immer wieder im Gespräch, dass die noblen Suiten der Orangerie an den Reha-Betreiber Median verkauft würden. Insolvenzverwalter Zumbaum verkaufte aber im Mai das komplette Ensemble an die Berliner Firmen.

Die Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co. KG von Investor Anno August Jagdfeld hatte vor gut einem Jahr wegen unzureichender Auslastung Insolvenz überraschend anmelden müssen. Seit dem 1. Mai 2012 steht das Hotel unter der Verwaltung Zumbaums und ist den Angaben zufolge derzeit gut gebucht.

Jagdfeld hatte auch das traditionsreiche Berliner Hotel Adlon erfolgreich wieder aufgebaut. Das Hotel in Heiligendamm sollte dagegen nicht zur Erfolgsgeschichte des Investors werden, der inzwischen die Geschäfte an seinen Sohn abgegeben hat.