Air Berlin hat dank Kostensenkungen mehr verdient und will im kommenden Jahr endgültig in die schwarzen Zahlen zurückfliegen. Im dritten Quartal erhöhte die Fluggesellschaft das operative Ergebnis um 4,5 Prozent auf 101,2 Millionen Euro und konnte das Nettoergebnis mit 66,6 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln.

Die Verluste aus dem ersten Halbjahr konnte Air Berlin damit jedoch nicht ausgleichen. „Damit sind wir zwar auf dem richtigen Weg, die Reise ist aber noch nicht beendet“, kündigte Konzernchef Hartmut Mehdorn weitere Kostensenkungen an.

Analysten hatten im Schnitt für den Zeitraum von Juli bis Ende September mit einem operativen Gewinn (Ebit) von 120 Millionen Euro sowie 60 Millionen Euro Überschuss gerechnet. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

Für das kommende Jahr malte Mehdorn ein düsteres Bild, kündigte aber an, „nachhaltig schwarze Zahlen“ erreichen zu wollen: „Unser Ziel bleibt die Rückkehr in die Gewinnzone im kommenden Jahr“.

Hohe Treibstoffkosten

Das Umfeld werde weiter geprägt werden durch hohe Treibstoffkosten, die Luftverkehrssteuer und die Belastung durch die verschobene Eröffnung des Hauptstadt-Flughafens. Daneben würden ein schwächelnder Euro und trübe Konjunkturaussichten auf dem Unternehmen lasten. Nur mit dem Sparprogramm „Turbine 2013“ werde es Air Berlin möglich sein, die operative Leistung zu verbessern, sagte Mehdorn.

Angeblich jeder zehnte Job auf der Kippe

Wie zuvor bekannt wurde, erfasst der harte Sanierungskurs bei der zweitgrößten deutschen Fluglinie nun auch die eigenen Mitarbeiter. Die defizitäre Fluglinie wolle kommendes Jahr mit über 900 Stellen jeden zehnten Arbeitsplatz streichen, berichtete der Nachrichtensender „n-tv“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Air Berlin erklärte, das Management arbeite derzeit die Details seines Sparprogramms aus. Mehdorn deutete aber bereits harte Einschnitte an: In den kommenden acht Monaten würden die Strukturen und Arbeitsabläufe auf weitere Einsparpotenziale überprüft, schreibt Mehdorn in dem Quartalsbericht. „Einschnitte in den bisherigen Betrieb werden daher nicht mehr ausgeschlossen.“ Wie die Einschnitte aussehen, steht dem Bericht zufolge noch nicht fest.

Die gebeutelte Airline hat in den vergangenen Monaten bereits unrentable Flugverbindungen gestrichen, um die Auslastung ihrer Maschinen zu erhöhen und die Kosten zu senken. Mit dem bereits laufenden Schrumpf- und Sparprogramm will Air Berlin bis Ende 2012 die Kosten um 230 Millionen Euro drücken.

Reuters/mim