IT-Branche

Mozilla gründet in Berlin erste deutsche Niederlassung

Die Softwareschmiede Mozilla gründet einen „Thinktank“ in Berlin. Standort ist das Start-up-Zentrum Factory in Mitte.

Das Mozilla-Projekt, bekannt für die Entwicklung des Internet-Browsers Firefox, wird in Berlin seine erste Niederlassung in Deutschland errichten. Anfang des Jahres 2013 soll im neuen Start-up-Zentrum an der Rheinsberger Straße in Mitte ein so genannter Mozilla Space entstehen – mit 30 bis 50 Arbeitsplätzen, sagte Barbara Hüppe, Sprecherin des Gründungsteams. Geplant sei „ein Community Space, ein offener Raum zum Vorbeikommen und Ideenaustausch auch mit anderen Open-Source-Projekten“.

Mozilla ist eine Non-Profit-Organisation, mit Sitz in der Nachbarschaft von Google in Mountain View im Silicon Valley. Sie entstand aus den Überresten des im so genannten Browserkrieg mit Microsoft untergegangenen Internetpioniers Netscape. 2002 wurde Firefox als konzernunabhängige und kostenlose Alternative zum damals dominierenden Internet-Explorer von Microsoft entwickelt. Als so genanntes Open Source-Projekt arbeiten weltweit freiwillige Programmierer an der Fortentwicklung des Browsers. Finanziert wird Mozilla zum kleineren Teil mit Spenden. Rund 100 Millionen Dollar jährlich entstammen der Kooperation mit Google. Dafür ist Googles gleichnamige Suchmaschine im Browser voreingestellt.

Heute soll der Marktanteil von Firefox in Deutschland bei mehr als 40 Prozent liegen. Zum Vergleich: Microsofts Explorer nutzen 28 Prozent der Deutschen.

In Europa steuert Mozilla seine Aktivitäten von Paris aus. Seit Jahresbeginn gibt es eine Niederlassung in London. Diese ist Vorbild für das Berliner Büro.

Für die Berliner Niederlassung sucht die Mozilla Corporation als 100-prozentige Firmentochter der nichtkommerziellen Mozilla-Stiftung Software-Entwickler, Marketing-Mitarbeiter und andere Fachkräfte. Das 1000 Quadratmeter große Büro wird im Start-up-Zentrum Factory eingerichtet, das im Juni in einem alten Fabrikgebäude an der Rheinsberger Straße eröffnet wurde. Dort arbeiten schon jetzt mehrere Start-ups wie die Musik-Plattform Soundcloud und der App-Programmierer 6Wunderkinder. Initiiert wurde die Factory vom Start-up-Finanzierer JMES Investments. mit dpa