Hauptstadtflughafen

BER-Debakel kostet Deutsche Bahn 20 Millionen Euro

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Umsatzeinbußen, Zusatzkosten und Verluste: Durch die verspätete Flughafeneröffnung ist bei der Bahn ein hoher Schaden entstanden.

Berlins Flughafengesellschaft wird wohl eine üppige Rechnung der Deutschen Bahn bekommen. Nach Informationen von Morgenpost Online beziffert der Konzern den Schaden, der dem Unternehmen entsteht, weil die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens verschoben ist, auf mindestens 20 Millionen Euro. Darin sind Umsatzeinbußen, Zusatzkosten und Verluste enthalten, weil Fahrleistungen abbestellt wurden, wie es im Unternehmen hieß. Am Mittwoch wird sich der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn mit dem Thema beschäftigen.

Geld fehlt Konzerntochter DB Netz

Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens war ursprünglich für den 3. Juni geplant, sie musste aber unter anderem wegen Mängeln beim Brandschutz auf den März kommenden Jahres verschoben werden. Nach Berechnung der Bahn entgehen dem Unternehmen für diesen Zeitraum mehr als zehn Millionen Euro Umsatz. Das Geld fehlt der Konzerntochter DB Netz, die für die Nutzung von Schienenwegen und Bahnhöfen Gebühren verlangt. Die Verbindung von der Innenstadt zum Flughafen südlich Berlins hat besonders hohe Trassen- und Stationsgebühren.

Personalkosten für "Geisterzüge"

Mehr als vier Millionen Euro werden dafür veranschlagt, die Strecke auch ohne regelmäßigen Verkehr in Schuss zu halten. Auch wenn derzeit keine Passagiere transportiert werden können, müssen Bahnen leer durch die Tunnel und den Bahnhof fahren, damit die Anlage belüftet wird und kein Schimmel ansetzt. Allein die S-Bahn plant drei tägliche Fahrten ein. Für die „Geisterzüge“ fallen Personalkosten an. Darüber hinaus muss die neue Strecke mit überdurchschnittlichem Aufwand bewacht werden, denn Bahntrassen, die nicht genutzt werden, ziehen Buntmetalldiebe an, die versuchen könnten, dort ungestört auf Raubzug zu gehen.

„Die Auswirkungen auf die Bahn durch die Verschiebung der Flughafeneröffnung sind enorm“, sagt ein Insider. Das Unternehmen könne Ansprüche geltend machen, wenn auch wohl nicht im vollen Umfang des berechneten Schadens.