Die Auslandseinsätze der Bundeswehr haben im vergangenen Jahr rund 1,48 Milliarden Euro und damit 74 Millionen mehr als geplant gekostet. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" und beruft sich auf einen Bericht des Bundesverteidigungsministeriums.

Demnach kostete der Afghanistan-Einsatz allein 1,28 Milliarden Euro. Mit weitem Abstand folgen die Missionen im Kosovo (68 Millionen Euro), vor der somalischen Küste (62 Millionen) und im Libanon (25 Millionen).

Größte Kostentreiber waren laut "Wirtschaftswoche" die gestiegenen Treibstoffkosten. Hinzu kamen mehr Flüge zwischen der Heimat und dem Hindukusch sowie eine große Menge an Kerosin für Awacs-Aufklärungsflugzeuge. Daneben flog die Bundeswehr zusätzliche Marder-Schützenpanzer nach Afghanistan.

Deutlich weniger Geld sei für die Position "Erhaltung von Wehrmaterial" ausgegeben worden: Der Grund dafür sei, dass die Zahl der Strengstoffanschläge 2011 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sei, deshalb seien weniger Reparaturen angefallen.

Auch für Infrastrukturmaßnahmen in Afghanistan gab die Bundeswehr dem Bericht zufolge weniger Geld aus: Wegen der verschärften Sicherheitslage musste sie häufig Bauprojekte unterbrechen.

Die ersten zehn Jahre des Afghanistan-Einsatzes haben nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) insgesamt 17 Milliarden Euro gekostet. Das war dreimal so viel wie die von der Bundesregierung offiziell veranschlagten 5,5 Milliarden Euro.

Sollte es wie geplant zu einem schrittweisen Abbau der Truppenstärke bis 2014 kommen, würden sich die Gesamtkosten des Einsatzes nach Schätzung der DIW-Experten aus dem Herbst auf 22 Milliarden Euro summieren.

dpa/tat