Der möglicherweise illegale Streik der Vorfeldarbeiter am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main könnte für die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) sehr teuer werden. Die Deutsche Lufthansa prüft, ob sie Schadenersatz in „hoher zweistelliger Millionenhöhe“ von der GdF fordert. Das erklärte ein Sprecher der Fluggesellschaft.

"Wenn es die juristische Möglichkeit gibt, werden wir selbstverständlich Schadenersatz fordern“, sagte der Sprecher. Noch ist allerdings der Spruch nicht rechtskräftig, mit dem das Frankfurter Arbeitsgericht den Streik wegen Verletzung der Friedenspflicht für illegal erklärt hatte.

Auf die Frage, warum die Lufthansa zusammen mit dem Flughafenbetreiber Fraport erst am Dienstag den Antrag auf Untersagung gestellt habe, als die Streiks mit Unterbrechungen schon zehn Tage andauerten, antwortete der Sprecher: „Der Versuch, auch die Lotsen im Tower mit in den Arbeitskampf einzubeziehen, war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.“

Berufung der GdF abgelehnt

Hätte die GdF damit Erfolg gehabt, so hätte sie der Luftverkehrswirtschaft noch weitaus höheren Schaden zufügen können. Damit war sie jedoch bereits am Dienstagabend gescheitert; allerdings läuft auch hiergegen ein Berufungsverfahren vor dem Landesarbeitsgericht.

Gegen das Verbot des Streiks der Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen wird keine Berufung eingelegt. Das teilte das Landesarbeitsgericht in Frankfurt am Mittwochnachmittag mit. Damit bleibt der Streik verboten.

AFPdapd/tat