Geldpolitik

Großbanken wollen Notkredite von EZB verdoppeln

Die Gier ist geweckt. Fast eine halbe Billion Euro hat die EZB im Dezember verliehen. Bei der nächsten Tranche wollen die Banken deutlich mehr.

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Einige der größten Banken der Euro-Zone wollen sich bei der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich mehr Kredite beschaffen als noch im Dezember. Im Dezember hatte die EZB überraschend die Ausleihdauer ihrer Notkredite auf drei Jahre verlängert. Die Notenbanker nennen die Notkredite auch Tender.

Drei Institutschefs, die nicht namentlich genannt werden wollten, sagten der „Financial Times“, sie wollten ihre Teilnahme bei der nächsten Tranche des Drei-Jahres-Tenders am 29. Februar verdoppeln oder sogar verdreifachen.

Am 22. Dezember hatte die EZB den Banken wegen der Spannungen am Interbankenmarkt fast eine halbe Billion Euro für drei Jahre zur Verfügung gestellt.

Damit will die Notenbank die Märkte beruhigen und die Zinsen für die Anleihen senken. Denn mit den langfristig verliehenem EZB-Geld ist es für die Banken lukrativ, zumindest kurz laufende Anleihen zu kaufen. So ging beispielsweise die Rendite für die italienische Anleihe deutlich zurück.

So macht es auch Sinn, dass die Zentralbank in der vergangenen Woche weniger in Staatsanleihen investierte. Sie habe Papiere im Wert von lediglich 63 Millionen Euro am Markt erworben, teilte die EZB in Frankfurt mit. In der Woche zuvor waren es knapp knapp 2,25 Milliarden Euro gewesen.

Seit Anfang Mai 2010 hat die Euro-Notenbank damit Bonds von schuldengeplagten Euro-Staaten wie Italien, Spanien, Griechenland, Portugal und Irland im Gesamtwert von 219 Milliarden Euro aufgekauft. Die Käufe sind vor allem in Deutschland umstritten, da Kritiker die Grenze zwischen Geld- und Fiskalpolitik verwischt sehen. Sie fürchten zudem, dass die Zentralbank zu viele Risiken auf ihre Bilanz nimmt.

Die EZB begründet die Interventionen mit der Störung der Märkte. De facto drückt sie jedoch die Zinslast der Schuldenstaaten.