Fitch senkt Bonität von fünf Euro-Ländern

Mario Monti reagiert gelassen auf Herabstufung

Es war eine Herabstufung mit Ansage. Dennoch, dass Fitch die Kreditwürdigkeit großer Volkswirtschaften wie Italien und Spanien gleich um zwei Stufen senkt, dürfte die Euroretter vor ihrem Gipfel am Montag weiter unter Druck setzen. Der italienische Regierungschef Mario Monti reagierte allerdings gelassen.

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Die Ratingagentur Fitch hat wie erwartet die Kreditwürdigkeit von fünf Staaten der Eurozone herabgestuft. Schlechtere Noten bekamen unter anderem volkswirtschaftliche Schwergewichte der Eurozone, Italien und Spanien. Erst vor zwei Wochen hatte die Konkurrenzagentur Standard & Poor's (S&P) die Bonität von neun Euro-Länder n herabgestuft, darunter auch die von Frankreich.

Die Überprüfung von Italien, Spanien, Irland, Belgien, Zypern und Slowenien, die Mitte Dezember auf „Rating Watch Negative“ gesetzt worden waren und denen somit eine Abstufung drohte, sei beendet worden, hieß es in einer Erklärung der Analysten am Freitag.

Spaniens Langfrist-Rating wurde auf „A“ von „AA-“ herabgestuft, Italiens auf „A-“ von „A+“. Irland wurde mit „BBB+“ bestätigt. Der Ausblick für alle Länder ist negativ. Damit liegt die Wahrscheinlichkeit bei über 50 Prozent, dass innerhalb der kommenden zwei Jahre die Bewertungen erneut gesenkt werden.

Die Herabstufung sei die Folge „der deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Aussichten“ in Europa, hieß es in der Begründung von Fitch. Zudem fehle es an einer glaubwürdigen finanziellen Brandschutzmauer gegen die Ansteckungs- und Liquiditätskrisen. Die Analysten kritisierten die Politik der kleinen Schritte europäischer Entscheidungsträger, wodurch Europa weiterhin starken finanziellen Schwankungen ausgesetzt sei. Die Volatilität erschwere es den Regierungen, ihre Schulden zurückzuzahlen.

Belgien wurde um eine Note auf „AA“ von „AA+“ herabgestuft, Zypern um ebenfalls eine Note auf „BBB-“ von „BBB“ und Slowenien um zwei Noten auf „A“ von „AA-“.

Fitch erklärte, es seien weitere Reformen nötig, darunter eine größere Integration bei der Fiskalpolitik. Ein Ende der Krise in der Eurozone gebe es nur bei Einsetzen einer breit angelegten wirtschaftlichen Erholung.

Monti nimmt Herabstufung Italiens gelassen auf

Der italienische Regierungschef Mario Monti hat die Herabstufung der Kreditwürdigkeit seines Landes durch die US-Ratingagentur Fitch gelassen aufgenommen. Das seien alles Dinge, die nicht neu seien, und sie urteilten nicht über die aktuelle Politik Italiens, betonte Monti, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete

Die belgische Regierung wertet die Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes hingegen offensichtlich als Bestätigung ihrer Sparpolitik. „Das beweist vor allem, dass noch mehr Reformen nötig sind, nicht nur in Europa, sondern auch in Belgien“, sagte der Vize-Premier Vincent Van Quickenborne laut belgischer Nachrichtenagentur Belga im Fernsehen.

Es gelte, nun durch strukturelle Veränderungen am Arbeitsmarkt und bei den Renten die Aussichten auf Wirtschaftswachstum zu beflügeln, sagte Van Quickenborne. Die belgische Regierung hat von Sparmaßnahmen angekündigt. Am Montag steht dem Land deswegen ein weiterer groß angelegter Streik bevor.

Die Finanzmärkte reagierten sehr gelassen auf die Nachricht. Der Eurokurs stieg sogar auf ein neues Tageshoch von 1,3220 US-Dollar. Der US-Aktienmarkt reagierte kaum. Die Entscheidung sei am Markt bereits erwartet worden, sagten Händler. Zudem bewerte Fitch die meisten Länder besser als Standard & Poor's.