Weniger Kinderarmut

Arbeit zu schaffen ist die beste Sozialpolitik

Immer weniger Kinder sind auf staatliche Unterstützung angewiesen. Das ist eine gute Nachricht. Aber die Politik muss noch viel mehr tun.

Es ist eine schöne Nachricht: Die Zahl der Kinder in Deutschland, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, ist in den vergangenen fünf Jahren um stattliche 13,5 Prozent gesunken . Das sind fast eine viertel Million unter 15-Jährige, die nicht mehr als armutsgefährdet gelten. Ihre Eltern haben eine Arbeit gefunden und sind nicht mehr auf Hartz-IV-Bezüge angewiesen.

Eine brummende Wirtschaft ist also die wirksamste Sozialpolitik – weil sie Arbeit schafft. Daran haben die deutschen Unternehmen und deren Beschäftige ihren Anteil: Wegen der Qualität ihrer Produkte ist die Nachfrage im Ausland hoch. Aber auch, weil ihre Preise wettbewerbsfähig sind. Die Tarifpartner haben das jahrelang mit moderaten und flexiblen Lohnabschlüssen gefördert.

Doch Wirtschaftswachstum reicht nicht allein, um oft schlecht qualifizierte Hartz-IV-Empfänger in Arbeit zu bringen. Die Arbeitsmarktreformen helfen mit: Sie haben den Druck auf Arbeitslose erhöht, Arbeit anzunehmen, bieten aber auch mehr Hilfestellung. Flexiblere Arbeitsverhältnisse senken die Hürde für die Betriebe, auch schwer vermittelbare Arbeitslose einzustellen.

Die Nachricht hätte aber noch besser ausfallen können: Viele Alleinerziehende sind gut ausgebildet und leben dennoch mit ihren Kindern von der Grundsicherung, weil sie keine Betreuung für ihre Kinder während der Arbeitszeit finden.

Nur deshalb sind sie unvermittelbar. An dieser Stelle gibt es noch viel zu tun in Deutschland: Mehr Kita- und Hortplätze hätten vielen von ihnen zu einem selbstständigen Leben verholfen. Und ihren Kindern zu einer Perspektive.