Euro-Rettungsschirm

Monti will ESM-Verdopplung auf eine Billion

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti und sein Landsmann, EZB-Chef Mario Draghi, fordern die Aufstockung des ESM – ganz anders als Angela Merkel.

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Italiens Ministerpräsident Mario Monti hat einem Bericht des "Spiegel" zufolge für die Ausweitung des dauerhaften Euro-Rettungsfonds ESM geworben. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, setzte sich Monti dafür ein, das Volumen des ESM in Höhe von derzeit 500 Milliarden Euro auf eine Billion Euro zu verdoppeln.

Eine solche Maßnahme schaffe Vertrauen in die Währungsunion, was die Zinsen für Staatsanleihen sinken lasse, zitierte das Magazin den Regierungschef. Demnach informierte er bereits die Bundesregierung über seine Forderungen.

Unterstützung bekomme der italienische Ministerpräsident von seinem Landsmann Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), berichtet das Magazin weiter ohne Quellenangabe. Der vertrete den Vorschlag, dass die unverbrauchten Mittel des vorläufigen Rettungsschirms EFSF nicht auf den ESM angerechnet werden.

Stattdessen solle der dauerhafte Rettungsschirm die Restmittel zusätzlich zur Verfügung gestellt bekommen. So ließe sich dessen Volumen immerhin auf rund 750 Milliarden Euro aufstocken. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt nach wie vor eine Aufstockung ab, musste beim Dezember-Gipfel aber einer Revisionsklausel zustimmen, nach der beim März-Gipfel das Kreditvolumen überprüft werden soll. Der ESM soll im Sommer dieses Jahres einsatzbereit sein.

Banken-Gespräche in Athen stocken

Bei den Gesprächen zwischen privaten Gläubigern und der Regierung in Athen über einen Schuldenschnitt für Griechenland zeichnete sich indes weiter kein Durchbruch ab. Die Verhandlungen waren am Freitagabend nach dreitägigen Gesprächen unterbrochen worden, am Samstag verließ Unterhändler Charles Dallara vom Internationalen Bankenverband (IIF) dann das Land in Richtung Frankreich.

Die Gespräche würden "am Telefon" fortgesetzt, verlautete aus dem griechischen Finanzministerium. Wann sie wieder aufgenommen werden sollen, blieb aber zunächst unklar.

Griechenland verhandelt mit den Banken, Versicherungen und Hedge-Fonds über den Erlass von 50 Prozent ihrer Forderungen an das Land. Dieser Schuldenerlass, der etwa 100 Milliarden Euro entspricht, ist die Voraussetzung für das im Herbst im Grundsatz beschlossene zweite Griechenland-Hilfsprogramm von IWF und Euro-Ländern in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro.