Tarifeinigung

Kliniken warnen vor dramatischem Jobabbau

Weil die Krankenhäuser künftig 2,9 Prozent mehr Gehalt zahlen sollen, drohen sie mit dem Abbau tausender Stellen. Jetzt soll der Staat einspringen.

Nach der überraschenden Tarifeinigung für Klinikärzte haben die Krankenhäuser vor dem Verlust tausender Arbeitsplätze gewarnt. Laut Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) brauchen die Kliniken dringend Abhilfe. "Nicht nur würden sonst viele tausend Arbeitsplätze in den Kliniken unter Druck geraten, auch für viele Krankenhäuser stellt sich sonst die Existenzfrage", sagte der DKG-Präsident Alfred Dänzer der Nachrichtenagentur dpa.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) hatten sich in ihrem Tarifstreit auf 2,9 Prozent mehr Gehalt geeinigt. Stimmen die Gremien beider Seiten der Übereinkunft der Verhandlungsführer zu, wird ein Ärztestreik an rund 600 kommunalen Kliniken in Deutschland abgewendet.

Dänzer sagte: "Die Einigung belastet die Krankenhäuser um das Doppelte der ihnen gesetzlich zugestanden Preis- und Lohnerhöhungen von 1,48 Prozent." Die Politik müsse den Kliniken schnell finanziell unter die Arme greifen. "Schon jetzt schreibt jede fünfte Klinik rote Zahlen."