Krisenfeuerwehr

US-Finanzminister lehnt weitere Beiträge an IWF ab

Pläne zur Aufstockung des IWF geben den Börsen Auftrieb, obwohl die USA ihnen schon eine Absage erteilt haben. Japan und China hingegen zeigen sich offen.

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Der IWF will sein Kapital aufstocken, um mehr Feuerkraft bei der Krisenbekämpfung in Europa einsetzen zu können.

Mit Spannung haben die Märkte die Reaktionen der Politik erwartet. Das US-Finanzministerium lehnte weitere Beiträge zum IWF ab. "Wir haben unseren internationalen Partnern mitgeteilt, dass wir keine Absicht haben, dem IWF zusätzliche Ressourcen bereitzustellen,“ sagte eine Sprecherin aus Timothy Geithners Ministerium. Beobachter erwarten nicht, dass die Regierung in Washington mitten im Wahlkampf ihre Meinung ändert. Präsident Barack Obama stellt sich im November zur Wiederwahl.

Japan hingegen zeigte sich am Donnerstag offen für Gespräche. „Wir befinden uns nun in einem Stadium, wo wir die Verhandlungen starten“, sagte ein hochrangiger japanischer Regierungsvertreter.

Bisher habe sich Japan nicht zu bilateralen Darlehen an den IWF verpflichtet, um Europas Anstrengungen zur Beendigung der Schuldenkrise zu unterstützen. China stellte sich ebenfalls hinter die Bemühungen des IWF, seine Schlagkraft zu erhöhen. Man stehe hinter den G-20-Beschlüssen, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums. Allerdings erteilte die Volksrepublik keine Zusage für weitere Gelder.

Der IWF strebt danach, seinen Fonds um bis zu 600 Milliarden Dollar aufzustocken, um auf den gestiegenen Finanzierungsbedarf reagieren zu können. 500 Milliarden Dollar sollen für Kredite genutzt werden und die restlichen 100 Milliarden Dollar als „Schutzpuffer“.

Börsen reagieren positiv auf IWF-Pläne

Die Hoffnung auf eine Aufstockung der finanziellen Schlagkraft des Internationalen Währungsfonds (IWF) gab den Aktienbörsen in Fernost spürbaren Auftrieb gegeben. Der Euro profitierte ebenfalls von dem Bemühen des IWF, seine Schlagkraft zu erhöhen.

Die Schuldenkrise in Europa geriet etwas in den Hintergrund. Noch gibt es Hoffnung, dass sich Griechenland mit seinen Gläubigern auf einen Forderungsverzicht einigen kann, der Voraussetzung für weitere Finanzhilfen ist.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mit einem Plus von 1,0 Prozent auf 8639 Punkte und schwang sich damit zu einem Fünf-Wochen-Hoch auf. Auch der breiter gefasste Topix-Index zeigte sich stark und legte um 0,8 Prozent auf 740 Punkte zu.

Auch die anderen Börsen in Fernost zeigten sich in guter Verfassung. Die Märkte in Südkorea, Taiwan, Singapur und China verzeichneten Gewinne. Auch der deutsche Leitindex Dax legte zum Handelsstart um 0,3 Prozent auf 6370 Zähler zu.