Notleidende Kredite

Griechische Banken sollen 15 Milliarden benötigen

Die Kreditinstitute in Griechenland sitzen in der Klemme. Zum einen müssen sie immer öfter notleidende Kredite abschreiben, zum andern fordert die Zentralbank mehr Eigenkapital.

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Die angeschlagenen griechischen Banken kämpfen Medienberichten zufolge mit einer neuen Kapitallücke in Milliardenhöhe. Die Geldhäuser dürften bis zu 15 Milliarden Euro zusätzlich benötigen, um Rückstellungen für notleidende Kredite zu bilden, berichten verschiedene Medien unter Berufung auf eine Studie der Beratungsfirma Blackrock Solutions.

Die Mittel würden benötigt, um die Kapitalrichtlinien der griechischen Zentralbank zu erfüllen, schreibt die Tageszeitung „Kathimerini“. Eine andere griechische Tageszeitung, „To Vima“, beziffert den Kapitalbedarf auf 10 bis 15 Milliarden Euro. Konkrete Quellen zitierten beide Tageszeitungen nicht.

Beide berufen sich auf eine Untersuchung von Blackrock Solutions. Die Beratungsfirma hatte in den vergangenen vier Wochen die griechischen Banken umfangreich analysiert. Die griechische Zentralbank hatte die Studie in Auftrag gegeben und die Ergebnisse Ende vergangener Woche erhalten. Die Notenbanker wollten keinerlei Kommentar zu den Medienberichten abgeben.

Die griechischen Banken befinden sich derzeit schwer unter Beschuss . Einerseits leiden sie unter den toxischen Wertpapieren, die sie abschreiben müssen. Andererseits fordert die Zentralbank von ihnen hohe Kernkapitalquoten. So sollen die griechischen Geschäftsbanken bis August eine Quote von zehn Prozent vorweisen können. Das ist sogar mehr als die europäischen Bankaufseher von anderen Geldinstituten auf dem Kontinent fordern.

Die griechische Zentralbank gab die Studie in Zusammenarbeit mit internationalen Gläubigern in Auftrag. Davon erhofften sich beide Seiten eine unabhängige Einschätzung des Kapitalbedarfs der Banken. Griechische Finanzhäuser haben bereits Milliarden an Euro abgeschrieben, und notleidende Kredite machen jetzt zwölf Prozent vom gesamten Kreditportfolio des Bankensystems aus.

Die griechische Zentralbank wird jetzt die Blackrock-Studie bewerten und die Pläne der Geschäftsbanken selbst unter die Lupe nehmen. Bis Ende Februar werden konkrete Entscheidungen der Notenbanker erwartet. Dann dürften sie den Kapitalbedarf für jede einzelne Bank benennen.