Einkommen

2012 bringt den Deutschen mehr Netto vom Brutto

Deutsche Arbeitnehmer können sich 2012 auf bis zu 160 Euro mehr im Geldbeutel freuen. Kleine Steueränderungen entfalten große Wirkung.

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Die Nettojahreseinkommen der Arbeitnehmer in Deutschland werden im neuen Jahr um bis zu 160 Euro höher ausfallen als 2011, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ . Sie beruft sich auf eine Berechnung des Ökonomen Frank Hechtner von der Freien Universität Berlin (FU).

Eine Reihe kleinerer Änderungen im Steuer- und Abgabenrecht machen sich anders als in vielen Jahren zuvor überraschend stark im Geldbeutel der Bürger bemerkbar.

Häufig bringen sie sogar mehr als die für 2013 von der Bundesregierung angekündigten Steuersenkungen. Sie werden die Bürger nach Hechtners Berechnungen im Durchschnitt um lediglich 76 Euro entlasten. Erst mit Inkrafttreten der zweiten Steuerreformstufe Anfang 2014 würden sich die Entlastungsbeträge spürbar erhöhen, hieß es in dem Bericht.

Hauptnutznießer sind den Berechnungen zufolge Beschäftigte mit einem Jahresbruttolohn zwischen 24.000 und 66.000 Euro. In der gesetzlichen Rentenversicherung etwa sinkt der gemeinsame Beitragssatz von Arbeitnehmern und Arbeitgebern von insgesamt 19,9 auf 19,6 Prozent des Bruttogehalts. Das bringt Durchschnittsverdienern netto etwa 60 Euro mehr im Jahr.

Zudem lässt sich ein größerer Teil der Ausgaben für die Altersvorsorge von der Steuer absetzen. Die Koalition hatte sich außerdem im Steuervereinfachungsgesetz darauf geeinigt, ab Januar 2012 die Erhöhung des Arbeitnehmer-Pauschbetrags von 920 auf 1000 Euro in der Gehaltsabrechnung zu berücksichtigen.

Besser- und Spitzenverdiener profitieren dem Bericht zufolge von den Änderungen weniger stark als die Bezieher kleiner und mittlerer Gehälter: Für Wohlhabende beträgt der Vorteil maximal 65 Euro.

Denn am 1. Januar sind die sogenannten Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung gestiegen – um 1350 auf 45.900 Euro in der Kranken- und Pflegeversicherung sowie um 1200 auf 67.200 Euro in der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Wer mehr verdient, muss ab sofort für eine Summe von mehr als 1000 Euro, die bisher beitragsfrei waren, Sozialabgaben zahlen. Die höhere Bemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung gilt allerdings nur für die alten Bundesländer.