Mehr Flexibilität

Metall-Chef will Mitarbeiter länger arbeiten lassen

Metall-Arbeitgeberpräsident Kannegießer fordert mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit. Beschäftigte sollten häufiger 40 Stunden pro Woche arbeiten.

Foto: dapd

Zum Auftakt der Tarifgespräche in der Metall- und Elektroindustrie hat Arbeitgeber-Präsident Martin Kannegießer mehr Flexibilität in den Betrieben gefordert.

Es müsse deutlich mehr Möglichkeiten geben, Beschäftigte bis zu 40 Stunden pro Woche arbeiten zu lassen, sagte der Chef des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ . Seine Forderung begründete er mit immer häufigeren konjunkturellen Schwankungen, auf die die Unternehmen reagieren müssten.

Bislang gilt in der Branche die Regel, dass nur 18 Prozent der Beschäftigten eines Betriebs länger als 35 Stunden in der Woche arbeiten dürfen. Die Lohnforderungen der IG Metall für die insgesamt 3,6 Millionen Beschäftigten in Höhe von 6,5 Prozent wies Kannegiesser erneut zurück.

Scharf wandte sich Kannegießer gegen Forderungen, alle Auszubildenden unbefristet zu übernehmen. Es sei nicht sinnvoll, Schülern schon mit dem Lehrvertrag Arbeit auf unbestimmte Zeit zu versprechen: „Das senkt die Motivation, sich anzustrengen.“

In mehreren Bundesländern starten am Dienstag die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft IG Metall hatte sich vorab auf einheitliche Forderungen für alle Tarifbezirke geeinigt.

Außer 6,5 Prozent mehr Lohn will sie erreichen, dass Auszubildende in der Regel übernommen werden und dass Betriebsräte über Leiharbeiter-Einsätze mitentscheiden. Verhandelt wird in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Thüringen und Niedersachsen. Die Gespräche laufen parallel, bis es in einem Land einen Pilotabschluss gibt, den andere dann meist übernehmen.