Zusatzbeiträge

Gute Kassen-Leistung darf auch mehr kosten

Für den Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Krankenkassen können Zusatzbeiträge ein wirksames Mittel sein, wenn es denn richtig angewandt wird.

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Konkurrenz belebt das Geschäft, das spüren die gesetzlichen Krankenkassen inzwischen. Die Zusatzbeiträge haben dazu geführt, dass ihre Kunden erstmals gemerkt haben, welchen Preis sie tatsächlich für ihre Krankenversicherung zahlen. Sie vergleichen jetzt intensiver.

Früher, als automatisch nur ein prozentualer Beitrag vom Lohn einbehalten wurde, waren die Preisunterschiede zwischen den Kassen de facto zwar viel größer, aber die Transparenz viel geringer. Erst die Zusatzbeiträge haben dazu geführt, dass Kassenmanager und ihre Kunden peinlich genau aufs Geld achten. Die gesetzlichen Kassen sind sparsamer geworden – das ist gut so.

Der Zusatzbeitrag ist per se nichts Schlechtes

Alle Beteiligten müssen allerdings noch lernen: Denn zum einen wird oft am falschen Ende und mit zu kurzer Perspektive gespart. Und zum anderen müssen Kassen, Politiker und Versicherte begreifen, dass ein Zusatzbeitrag per se nichts Schlechtes ist.

Es kommt nicht darauf an, ob er erhoben wird, sondern wofür das zusätzliche Geld verwendet wird. Bessere Leistungen können ruhig teurer sein. Dazu müssten die Kassen mehr Vertragsfreiheit bekommen, um zum Beispiel gesonderte Vereinbarungen mit ausgewählten Ärzten und Krankenhäusern abschließen zu können. Noch können sie eine solche Wahl nicht treffen. Die Leistungen, die sie anbieten, unterscheiden sich deshalb kaum.

Echten Wettbewerb wird es so auch 2012 in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht geben. Der schwarz-gelben Koalition fehlt der Mut zu durchgreifenden Reformen. Sie setzt erstaunlicherweise lieber auf einen staatlich festgesetzten Einheitsbeitrag.