Arbeitsmarkt

Bei deutschen Autofirmen brummt der Laden

Die Nachfrage nach deutschen Autos steigt enorm. Vor allem bei BMW und Volkswagen wurden deshalb tausende neue Stellen geschaffen.

Foto: picture alliance / dpa

Die deutsche Automobilindustrie kommt mit der Produktion kaum hinterher, so groß ist weltweit die Nachfrage. Das beschert den Konzernen Rekordzahlen – und schafft außerdem zahlreiche neue Arbeitsplätze im In- und Ausland. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) hat die Branche im Laufe des Jahres ihre Stammbelegschaften um 23.600 Beschäftigte aufgestockt – und Zeitarbeiter sind da gar nicht inbegriffen.

Allein der Volkswagen-Konzern hat – alle Beschäftigungsverhältnisse zusammen betrachtet – in den ersten neun Monaten einen Zuwachs von 49.300 Stellen zu verzeichnen. Darin sind allerdings rund 20.000 neu zum Volkswagen-Konzern hinzugekommene Mitarbeiter der Porsche Holding Salzburg enthalten. Die Wolfsburger hatten die Vertriebsgesellschaft im März übernommen. Bleibt ein Plus von 29.300 Beschäftigten in drei Quartalen, wobei es sich nicht nur um neu geschaffene Stellen handelt.

Volkswagen stellt Nachwuchs ein

Volkswagen will im Gesamtjahr unter anderem weltweit 7500 Hochschulabsolventen und 3300 Auszubildende einstellen, davon in Deutschland 3100 Jungakademiker und 2500 Lehrlinge. BMW hatte zu Beginn des Jahres angekündigt, 3500 neue, also zusätzliche Stellen zu schaffen – tatsächlich werden es bis zum Jahresende mehr sein, nämlich inklusive der Azubis rund 4000.

Die Hälfte davon wird in Deutschland eingestellt. In diesem Gesamtzuwachs sind allerdings auch die Übernahmen von Zeitarbeitskräften enthalten. Schwerpunkte der Neueinstellungen im Inland waren die Abteilung Entwicklung (rund 700 Stellen) und das Vertriebsnetzwerk (rund 400 Arbeitsplätze) sowie das Werk Leipzig.

Der Standort ist Kompetenzzentrum für das Thema Elektromobilität, dort soll der BMW i vom Band laufen. Außerhalb Deutschlands entstanden vor allem im US-Werk Spartanburg neue Jobs. Darüber hinaus gab es schwerpunktmäßig in den weltweiten Vertriebs- und Finanzgesellschaften neue Stellen. Die Daimler AG hat, wie vom Management angekündigt, in diesem Jahr 10.000 neue Stellen geschaffen, davon 4000 in Deutschland.

Selbst bei Opel gibt es neue Jobs

Nach Angaben des VDA hat die Branche derzeit knapp 730.000 direkte Mitarbeiter, also Stammbelegschaft ohne Zeitarbeiter. Bei den eigentlichen Automobilherstellern wurde die Belegschaft um 10.000 direkte Mitarbeiter auf knapp 410.000 aufgestockt. Bei den Zulieferern wuchsen die Stammbelegschaften um 11.000 auf 289.200 direkt Beschäftigte. Bei den Herstellern von Anhängern und Aufbauten um 2000 auf 30.800 Mitarbeiter. Hinzu kommen mehr als 60.000 Zeitarbeiter, deren Zahl sich noch einmal deutlich erhöhte.

Selbst bei Opel sind in diesem Jahr wieder neue Stellen entstanden – wobei der Restrukturierungskurs und damit der Abbau von Stellen in der Produktion insgesamt weiter gingen. Im Stammwerk Rüsselsheim hat Opel 2011 rund 350 Spezialisten in den Bereichen Engineering und Design eingestellt. Im Zuge der Sanierung wurden allerdings bei Opel und Vauxhall seit 2010 europaweit rund 8000 Stellen gestrichen, davon 3500 in Deutschland.

Betroffen waren vor allem die Produktion und Verwaltung. Allein in Bochum fielen 1700 Jobs weg. Weil sich Opel nicht so rasch, wie es die Konzernmutter General Motors erwartet, erholt, droht möglicherweise ein weiteres Sanierungsprogramm.