Prognose

China rechnet mit Einbruch der Weltwirtschaft

Die chinesische Regierung rechnet mit einem deutlichen Abschwung der Weltwirtschaft. Eine Erholung sei bisher nicht in Sicht.

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Chinas Regierung schätzt die aktuelle Lage der Weltwirtschaft sehr skeptisch ein. In der jetzigen Situation sei eine „unausgewogene Erholung“ womöglich besser als eine „ausgewogene Rezession“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den chinesischen Vizepremier Wang Qishan. Es war der bislang düsterste Kommentar eines chinesischen Spitzenpolitikers zur globalen Konjunktur.

Wang machte die Bemerkung bei bilateralen Handelsgesprächen zwischen China und den USA in der südwestchinesischen Stadt Chengdu. Beim Treffen der Gemeinsamen Handelskommission (JCCT – Joint Commission on Commerce and Trade) haben beide Länder fünf Handelsabkommen unterzeichnet, unter anderem über den besseren Schutz des geistigen Eigentums, den Umgang mit Handelsstatistiken und die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Technik.

Vizepremier Wang forderte die Amerikaner bei dem Treffen auf, besser gemeinsame Anstrengungen zur Wiederbelebung der Weltwirtschaft zu unternehmen als China zu kritisieren. „China und die USA sollten Handelsprotektionismus und die Politisierung ökonomischer Fragen vermeiden“, sagte Wang laut Xinhua.

Politische Beobachter werteten Wangs Worte als indirekte Replik auf jüngste Äußerungen von US-Präsident Barack Obama. Der US-Präsident hatte China während seiner Asien-Reise mehrfach für dessen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA, für unfaire Handelspraktiken und die aus Sicht Washingtons unterbewertete Währung, den Renminbi, gescholten.