Der Chef des europäischen Krisenfonds EFSF, Klaus Regling, hat das hoch verschuldete Italien zur Eile bei der Umsetzung der Spar- und Reformvorhaben angemahnt. „Italien läuft die Zeit davon, um die Märkte zu beruhigen“, sagte Regling der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagsausgabe). Italien könne aber Hilfe des EFSF erhalten. „Wenn ein Land kommt und sagt, es braucht sofort Hilfe, dann sind wir bereit.“ Der Fonds werde noch im Dezember neue, kurzfristig laufende Anleihen verkaufen, um für Notfälle gerüstet zu sein.
Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hatte am Dienstag seinen Rücktritt angekündigt, sobald die Spar- und Reformpläne der Regierung beide Parlamentskammern passiert haben. Medienberichten zufolge könnte dies bis Samstag geschehen. Als Nachfolger Berlusconis wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti gehandelt.
Euro-Rettungsfonds EFSF wird finanziell aufgerüstet
Die Euro-Länder wollen den Euro-Rettungsschirm EFSF noch vor Jahresende finanziell aufrüsten. Der Fonds werde sich im Dezember durch den Verkauf neuer, kurzfristig laufender Anleihen für Notfälle wappnen, sagte Regling der „Süddeutschen Zeitung“ Zudem stehe der Abwehrschirm bereit, um Italien bei einem entsprechenden Antrag an die Euro-Gruppe zu helfen.
Unruhe auf Märkten bremst Feuerkraft von Rettungsschirm
Die jüngsten Unruhen auf den europäischen Märkten haben es unterdes schwierig gemacht, die Feuerkraft des Euro-Rettungsschirms EFSF auf die erhoffte eine Billion Euro zu erhöhen. Das sagte Regling am Donnerstag vor Journalisten. Der Plan, mögliche Verluste bei Staatsanleihen abzusichern und so wieder Investoren anzulocken, werde nun möglicherweise mehr Ressourcen des Rettungsschirms benötigen. Die politischen Unruhen der vergangenen zehn Tage führten zu einer Reduzierung des Potenzials des Hebels, sagte Regling laut „Financial Times“
AFP/dapd/nbo





