Bad Bank der HRE

Griechische Altlasten kosten Steuerzahler Millionen

Die Bad Bank der HRE hat das dickste Griechenland-Portfolio aller deutschen Finanzhäuser. Für die deutschen Steuerzahler wird das sehr teuer.

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Es muss deprimierend sein, wenn die eigentliche Arbeit so ganz und gar nicht mehr ins Gewicht fällt. 118 Millionen Euro Gewinn hätte die FMS Wertmanagement aus der Verwaltung der ihr anvertrauten Altlasten der Problembank Hypo Real Estate (HRE) herausholen können – wenn da nicht die Griechenlandkrise wäre.

Mit 8,8 Milliarden Euro hat die Münchener Bad Bank der HRE mit deutlichem Abstand das größte Griechenland-Portfolio aller deutschen Finanzhäuser. „Die Probleme in Griechenland konnten an uns nicht spurlos vorüber gehen“, sagte Risikovorstand Christian Bluhm. Und so zehrten die Wertberichtigungen in der Höhe von 808 Millionen Euro jeglichen Gewinn auf.

Anders als es die Bezeichnung „Bad Bank“ nahelegt, ist die FMS keine Bank. Sie hat auch kein Eigenkapital, von dem die Verluste abgeschrieben werden könnten – jene 690 Millionen Euro Verlust, die unter dem Strich nach dem ersten Halbjahr 2011 bleiben, zahlt der deutsche Steuerzahler. Denn anstelle eines Eigenkapitals hat der Bankenrettungsfonds SoFFin eine Verlustgarantie übernommen.

Und die greift nun abermals – nachdem schon im vergangenen Rumpfgeschäftsjahr rund drei Milliarden Euro Verlust angefallen waren. Doch bei den 690 Millionen Euro wird es wohl nicht bleiben. Denn die FMS-Wertmanagement hat auf die griechischen Staatsanleihen lediglich einen Abschlag von 21 Prozent vorgenommen – und auch das nur auf Papiere, die bis 2020 laufen.

Diese Annahmen basieren auf den Verhandlungen einer Beteiligung der Privatgläubiger am griechischen Rettungspaket vom Juli. Doch schon jetzt wird offen darüber spekuliert, dass es auf die Papiere Abschläge von bis zu 50 Prozent geben könnte. Würde die FMS einen solchen Abschlag auf das gesamte Griechenland-Engagement vornehmen, schlüge das mit mehr als vier Milliarden Euro zu Buche. Nur ein kleiner Teil ist davon schon berücksichtigt: „Für länger laufende Griechenland-Papiere wurden zur Berücksichtigung des latenten Ausfallsrisikos Pauschalwertberichtigungen gebildet“, erklärte die FMS.

Dem Institut wurden im letzten Herbst Risikopapiere der HRE im Wert von rund 175 Milliarden Euro übertragen. In den ersten sechs Monaten sei das Portfolio um rund acht Prozent verkleinert worden, zur Jahresmitte betrug es 160,5 Milliarden Euro. Bis 2020 sollen zwei Drittel abgebaut sein.