Herbstgutachten

Arbeitslosenquote sinkt 2012 unter 7-Prozent-Marke

Gute Nachricht für die Deutschen. Die führenden Wirtschaftsinstitute rechnen trotz der Euro-Krise auch 2012 mit sinkender Arbeitslosigkeit.

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Die Arbeitslosigkeit wird laut den führenden Forschungsinstituten trotz der sich eintrübenden Konjunktur 2012 weiter sinken. Sofern die Schuldenkrise nicht eskaliere, werde die Arbeitslosenquote im kommenden Jahr durchschnittlich 6,8 Prozent betragen, schreiben die Institute in ihrer Gemeinschaftsdiagnose. 2011 werde sie bei sieben Prozent liegen. Das erfuhr Morgenpost Online aus von mit der Sache betrauten Personen.

Uneins sind sich die Experten nach Informationen von Morgenpost Online über die Anleihenaufkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Mehrheit der Institute kritisiert die Aufkäufe scharf. Diese seien ein Fehler gewesen und würden die Unabhängigkeit der EZB gefährden.

Das IWH Halle allerdings schloss sich der Kritik nicht an. Die Ansteckungsgefahr in der Euro-Zone sei hoch und die EZB verfüge über Informationen, die andere Institutionen womöglich nicht hätten. Die Inflationsrate soll nach Informationen von Morgenpost Online im kommenden Jahr 1,8 Prozent betragen.

Die Institute fordern in Ihrer Gemeinschaftsdiagnose die Politik dazu auf, entschlossen gegen die Krise zu kämpfen. Die Schuldenkrise schade Deutschland. Die Politik habe immer noch kein Rezept gefunden, um die Krise zu lösen. Die Experten fordern die Politik dazu auf, einen Insolvenzmechanismus für Staaten zu schaffen. Auch müsse sie endlich Vorschläge für eine Rekapitalisierung der Banken unterbreiten. Vor dem Hintergrund einer sich eintrübenden Konjunktur lehnen die Experten Steuersenkungen ab. Zwar sei eine Senkung der Einkommensteuer grundsätzlich begrüßenswert.

Konjunkturelle Mehreinnahmen könnten aber nicht Grundlage für Steuersenkungen sein. Niedrigere Steuersätze könnten nur über Einsparungen an anderer Stelle finanziert werden, schreiben die Institute. Für dieses Jahr rechnen die Institute mit einem BIP-Wachstum von 0,8 Prozent. Im laufenden Jahr werde die Wirtschaft noch um insgesamt 2,9 Prozent wachsen, schreiben die Institute.