Bundesfinanzhof

Für Popcorn im Kino wird die Umsatzsteuer gesenkt

Der Bundesfinanzhof schafft Klarheit bei der Steuer für Kino-Snacks: Für Popcorn und Nachos gilt der ermäßigte Umsatzsteuersatz von sieben Prozent.

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Frisches Popcorn oder Nachos zum Liebes- oder Actionfilm sind längst Teil der Kinokultur. Nun hat der Bundesfinanzhof (BFH) den Verzehr des meist warmen Naschwerks rechtlich sogar noch über den Pommes-Konsum an Würstchenbuden gestellt.

Für Popcorn und Nachos müssen Kinobetreiber nur den ermäßigten Umsatzsteuersatz von sieben Prozent zahlen, unabhängig davon, ob Kinobesucher das Nervenfutter schon vor Filmbeginn im Stehen oder an Tischen im Foyer sitzend verzehren, wie der BFH in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschied.

Im konkreten Fall hatte ein Kinobetreiber gegen sein Finanzamt geklagt, weil es für Popcorn den normalen Umsatzsteuersatz von 19 Prozent verlangt hatte. Der Fall landete schließlich vor dem Europäischen Gerichtshof.

Dieser urteilte am 10. März, dass sich die Zubereitung solcher Speisen auf einfache, standardisierte Handlungen beschränke und damit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterliege. Der BFH schloss sich diesem Urteil an (AZ.: V R 3/07; C-499/09).

Bei Curry-Wurst ist die Verzehrposition entscheidend

Für die Besteuerung von Curry-Wurst und Co. an Würstchenbuden ist dagegen die Verzehrposition entscheidend. Im Stehen am Tresen sind es nur sieben Prozent, wird dagegen an Tischen sitzend wie in Restaurants gekaut, kassiert der Fiskus wegen dieser zusätzlichen Dienstleistung 19 Prozent, entschied das Gericht im August.

Weil Sitzgelegenheiten in Kino-Foyers aber allen Besuchern zur Verfügung stehen, wertet der BFH den Verkauf von Popcorn und Nachos dort nur als „Lieferung“ mit ermäßigtem Steuersatz.