Bürgerbefragung

Welche Berufe das beste Image haben

Das Bild des Beamten hat gewonnen. Das geht aus einer Forsa-Umfrage hervor. Und vier Berufsgruppen sind bei den Deutschen besonders gut angesehen. Mit dabei: der Müllmann.

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Feuerwehrmann, Kranken- und Altenpfleger, Arzt und Polizist – das sind die Berufe, die bei einer Forsa-Umfrage von Beamtenbund (DBB) und Tarifunion das höchste Ansehen in der Bevölkerung genießen. Ganz am Ende rangieren bei diesem Berufe-Ranking Versicherungsvertreter, Mitarbeiter von Werbeagenturen und Politiker. Während die Feuerwehrmänner bei der seit 2007 jährlich vorgenommenen Umfrage ihren Spitzenplatz auf 94 Punkte noch weiter ausbauen konnten, hat das Berufsimage von Piloten, Unternehmern, Anwälten, Steuerberatern und Managern in den vergangenen Jahren gelitten. Journalisten rangieren noch hinter Studienräten.

Forsa befragte mehr als 3000 Bundesbürger. Größter Image-Gewinner in den Augen der Deutschen ist der Müllmann. Während 2007 nur 63 Prozent Zustimmung zum Berufsbild äußerten, waren es in diesem Jahr 76 Prozent. Erstmals wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa auch die Beliebtheit von Soldaten erfragt. Von den Befragten sahen 62 Prozent Soldat als angesehenen Beruf an.

Für den Bundesvorsitzenden des DBB, Peter Heesen, ist die Schlussfolgerung deshalb klar: „Je stärker globale Krisen die Bürger verunsichern, desto mehr Vertrauen setzen sie in die Verlässlichkeit und die Qualität staatlicher Dienstleistungen.“ Die Menschen würden erkennen, welche Leistungen in der Gesellschaft „von besonderer Bedeutung seien“. Dabei stützt sich Heesen auch darauf, dass die Eigenschaften von Beamten positiver eingeschätzt werden als noch vor vier Jahren: So bezeichneten 80 Prozent der Befragten die Beamten 2011 als „pflichtbewusst“, 2007 waren nur 75 Prozent dieser Meinung. Einen ähnlichen Trend gibt es für andere positive Eigenschaften, negative Wesenszüge wie „stur“, „arrogant“, oder „ungerecht“, wurden dagegen weniger häufig genannt. Trotz seiner Imageverbesserung steht das allgemeine Berufsbild „Beamter“ weiterhin beim Ranking der 30 Berufe mit dem höchsten Ansehen nur an 23. Stelle, also nur zwei Plätze vor dem so unbeliebten Manager.

Image der Beamten bessert sich

Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, bestätigte aber, dass das Bild der Beamten sich gebessert habe. Auch sei der „Wunsch nach einem starken Staat in den vergangenen vier Jahren immer größer geworden“. Damit sei der Staat in seiner Funktion als „Schutzmacht“ gemeint. 78 Prozent der Befragten stimmten der Auffassung zu, „in einer globalisierten Gesellschaft braucht man einen starken Staat, der die Bürger vor ausufernden Entwicklungen schützen kann“. Vor vier Jahren hatten nur 66 Prozent diese Meinung vertreten.

Privatisierungen werden zunehmend abgelehnt: So wünschen sich in der aktuellen Umfrage nur noch 17 Prozent der Befragten, dass noch mehr öffentliche Dienstleistungen privatisiert werden sollen. 2007 waren noch 24 Prozent dieser Meinung gewesen. Heute will knapp ein Viertel der Befragten privatisierte Leistungen wieder in den öffentlichen Dienst überführen, vor vier Jahren waren es nur 19 Prozent. Nach wie vor sehe eine große Mehrheit der Befragten in vielen Bereichen (Müllentsorgung, Post, Bahn, Energieversorgung) keine Verbesserungen der Leistungen nach der Privatisierung, ergab die Forsa-Umfrage.

Allerdings bleiben die Befragten sehr kritisch, wenn es um die Effizienz des Staatsapparats geht. Nahezu konstant ist über die letzten vier Jahre die Einschätzung von drei Viertel der Befragten gewesen, dass die öffentliche Verwaltung zu aufgebläht sei und zu viel koste. 81 Prozent sind der Meinung, die Verwaltung sei „viel zu schwerfällig“. Vor allem bei Sicherheits- und Bildungsfragen verlassen sich die Bürger aber auf den Staat: Eine überwältigende Mehrheit möchte, dass Polizei, Gerichtswesen und Strafvollzug genauso wie Schulen und Hochschulen in staatlicher Hand bleiben.

Sorgen macht sich Heesen trotz des Wunsches der Bürger nach einem starken Staat um den Nachwuchs für den öffentlichen Dienst. Zwar ziehen immerhin 61 Prozent der 14- bis 18-Jährigen den Staat und die Kommunen als Arbeitgeber in Betracht. Allerdings ist die Konkurrenz in der Privatwirtschaft groß, insbesondere was die Bezahlung angeht. 77 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst glauben, dass ihre Einkommen im Vergleich zur Privatwirtschaft weniger stark gestiegen sind.