Reisekonzern

TUI Deutschland will 600 Jobs streichen

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Reisekonzern in Bedrängnis: Weniger Pauschalreisen, dafür mehr Online-Buchungen bei der Touristikgröße führen zum Personalbbau bei TUI.

Der größte deutsche Reiseanbieter Tui will nach Medienberichten bis zu 600 Jobs streichen. Management und Aufsichtsrat hätten über Pläne zum Umbau des Unternehmens entschieden, berichteten mehrere niedersächsische Zeitungen.

Die nachlassende Nachfrage nach klassischen Pauschalreisen und der Boom von Online-Angeboten und individuellen Luxusreisen führt nach Angaben von Vorstandschef Volker Böttcher dazu, dass einerseits Buchungen stärker automatisiert und andererseits Kunden im Exklusiv-Geschäft gezielter betreut werden müssen.

Dafür sei insgesamt weniger Personal nötig. Die Firmenspitze hat sich mit dem Betriebsrat nach eigenen Angaben darauf verständigt, die Einschnitte „so sozialverträglich wie möglich“ umzusetzen.

Verkauf von Hapag-Lloyd-Anteil scheitert

Der Tourismuskonzern kämpft aber auch noch an einer anderen Front: Seit mehr als einem Jahr versucht Tuiseinen Anteil von 38 Prozent an der Traditionsreederei Hapag-Lloyd loszuwerden, und das bislang ohne Erfolg. Im Gegenteil, zu zunehmend schwierige Lage der weltweiten Schifffahrt erschwert die Käufersuche.

Bei fast allen großen Reedereien brechen derzeit die Frachtraten, das sind die Transportpreise je Container, um bis zu 50 Prozent ein, weil in den kommenden Monaten viele neue Schiffe in Dienst gestellt werden. Die beiden Marktführer Maersk und MSC aber wollen ihre neuen Riesenpötte auslasten und kaufen Ladungsaufträge zu immer niedrigeren Konditionen ein.

Auch bei Hapag-Lloyd hat sich das Herbstgeschäft deutlich verschlechtert. Nach Informationen von „Morgenpost Online“ aus Unternehmenskreisen ist nun der Staatsfonds des Oman, Onyx Investment Ltd ., bei Hapag-Lloyd aus dem Rennen. Für den Staatsfonds sei Hapag-Lloyd „eine Nummer zu groß“, hieß es dazu.