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Euro-Krise - Deutsche geben sich geizig

Während sich Kauflaune und Konjunkturerwartung vor dem Hintergrund der Schuldenkrise in der Euro-Zone im Vergleich zum Vormonat etwas abschwächten, glauben mehr Deutsche an ein höheres persönliches Einkommen. So das Ergebnis des GfK-Konsumklimas für Oktober.

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Trotz wachsender Rezessionsängste hält sich die Stimmung der deutschen Verbraucher unerwartet gut. Die Konsumenten befürchten zwar eine Konjunkturflaute und sind bei Großeinkäufen nicht mehr so spendabel wie zuletzt. Allerdings schätzen sie wegen der guten Arbeitsmarktlage ihre künftigen Finanzen besser ein, wie am Dienstag aus der Umfrage der GfK-Marktforscher unter 2000 Deutschen hervorgeht. Das GfK-Konsumklima für Oktober stagnierte bei 5,2 Punkten. Experten hatten im Schnitt nur mit 5,0 Zählern gerechnet . Zuvor hatte es in sechs Monaten fünf Rückgänge gegeben.

Die Debatte um einen Ausweg aus der Euro-Schuldenkrise hatte sich zuletzt verschärft. Ein politische Lösung zeichnet sich bisher aber nicht ab. „Inzwischen befürchten auch die Konsumenten, dass der Krisenvirus von den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft übergreifen könnte“, erklärte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Nach dem heftigen Einbruch im August schwächte sich die Konjunkturerwartung der Verbraucher auch im September ab. Der Teilindikator sackte um 8,6 auf 4,8 Punkte. Das Barometer liegt zwar noch über dem langjährigen Schnitt von 0 Zählern, aber so tief wie zuletzt im Mai 2010.

Deutschland könne sich als Exportnation auf Dauer nicht vollständig von Rezessionstendenzen in wichtigen Absatzländern wie den USA abkoppeln, betonten die Nürnberger Forscher. Auch die heimischen Firmenchefs stellen sich wegen der Schuldenkrise und der schwindenden Dynamik der globalen Märkte auf einen Abschwung ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank etwas weniger als erwartet, fiel aber auf den tiefsten Stand seit Juli 2010.

Im Zuge dieser Verunsicherung sind die Konsumenten weniger bereit, Geld für größere Anschaffungen auszugeben. Dieser Teilindikator ging um 7,2 auf 29,7 Punkte zurück. Für das nach wie vor gute Niveau sorge die stabile Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Zudem hatten laut GfK zuletzt viele Bürger wegen des mangelnden Vertrauens in den Euro ihr Geld eher für werthaltige Dinge ausgegeben als auf die hohe Kante zu legen.

Trotz zunehmender Krisenstimmung setzen die Konsumenten auf steigende Gehälter, wie die GfK mitteilte. Die Einkommenserwartung verbesserte sich um 7,5 auf 35,1 Zähler. Die stabile Beschäftigungslage und die schwindende Angst vor einem Jobverlust seien wesentliche Gründe für den Optimismus. „Ein beträchtlicher Teil der Arbeitnehmer kann in diesem Jahr reale Einkommenszuwächse verzeichnen.“ Im zweiten Quartal waren die realen Löhne binnen Jahresfrist im Schnitt um 1,9 Prozent gestiegen. Rückenwind erhalten die Verbraucher laut GfK dadurch, dass die Konjunkturflaute die Inflation nicht weiter steigen lässt. „Dies wirkt stabilisierend auf die Kaufkraft der Einkommen und stützt die Stimmung.“