Regierungskoalition

Teilverstaatlichung von EADS stößt auf Widerstand

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Union hat Vorbehalte gegenüber einem möglichen Kauf von Anteilen an dem Lauftfahrtunternehmen EADS geäußert.

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Ein Möglicher Kauf von Anteilen an dem europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmens EADS stößt in der Koalition auf starke Vorbehalte. „Wir müssen weg kommen von den Verstaatlichungen, die in der Krise, aber nur in der Krise nötig waren“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Union Michael Fuchs, der „Berliner Zeitung“. Aus seiner Sicht sei EADS wohl nicht die Ausnahme, die einen Bruch mit ordnungspolitischen Grundsätzen rechtfertige, betonte der Wirtschaftspolitiker.

Laut einem Bericht der „Financial Times“ hat Daimler der Bundesregierung die Hälfte seines 15-Prozent-Anteils an EADS zum Kauf angeboten. Zusammen mit dem bei einem deutschen Bankenkonsortium geparkten Paket von weiteren 7,5 Prozent habe der Bund die Möglichkeit, insgesamt 15 Prozent an EADS zu erwerben. Das Paket hat derzeit einen Marktwert von 2,7 Milliarden Euro. Es wird seit langem spekuliert, dass der Autobauer seine EADS-Beteiligung ganz oder teilweise abgibt.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am kommenden Mittwoch mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) über EADS beraten. Das weitere Vorgehen ist in der Regierung umstritten.