Der Schweizer Großbank UBS ist nach eigenen Angaben wegen nicht genehmigter Geschäfte eines Händlers ihrer Investmentbank ein Verlust von voraussichtlich etwa zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) entstanden. „Es ist möglich, dass UBS deshalb im dritten Quartal 2011 einen Verlust bekanntgeben wird“, teilte die Bank mit . Die Untersuchung der Vorfälle dauere an, berichtete UBS, ohne nähere Einzelheiten zu nennen. Der Aktienkurs des Geldinstituts fiel zunächst um mehr als neun Prozent. Am Vormittag erholte sich der Kurs deutlich und lag mit einem Minus von gut fünf Prozent bei 10,35 Franken. Kundenpositionen seien von dem Schaden nicht betroffen, hieß es von der Bank weiter.

Die UBS, an deren Verwaltungsratsspitze ab 2013 Ex-Bundesbank-Chef Axel Weber stehen soll, ist in der Finanzkrise durch schwere Zeiten gegangen. Gerade von den Folgen fast genesen, hatte der UBS-Konzern im zweiten Quartal einen herben Rückschlag erlitten. Im ersten Halbjahr sank der Gewinn vor Steuern aus dem operativen Geschäft fast um ein Drittel auf 3,9 Milliarden Franken (3,35 Mrd Euro). Die Schweizer Großbank hatte in den Jahren 2007 bis 2008 knapp 28 Milliarden Franken Verluste angehäuft und musste vom Staat gerettet werden. Das Institut steht unter Druck: Nach dem Gewinneinbruch im zweiten Quartal, vor allem dem schwachen Investmentbanking geschuldet, sollen etwa 3500 Stellen gestrichen werden – jede 20. Stelle im Konzern.

Der Spekulationsfall erinnert an die französische Großbank Societe Generale , die vom Wertpapierhändler Jerome Kerviel Anfang 2008 an den Rande des Zusammenbruchs gebracht worden war . Er hatte ohne Legitimation Positionen im Volumen von 50 Milliarden Euro aufgebaut – mehr als der Börsenwert der Bank. Es kostete 4,9 Milliarden Euro, um diese wieder aufzulösen.

dpa/Reuters/dino