Deutsche Telekom

René Obermann ist "Sprachpanscher des Jahres"

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Der Verein für Deutsche Sprache beanstandet die vielen Anglizismen nicht nur bei der Telekom, sondern auch bei der Evangelischen Kirche.

Der Chef der Deutschen Telekom, René Obermann, ist zum „Sprachpanscher des Jahres 2011“ ernannt worden. Das Unternehmen habe seine Kunden über Jahre hinweg mit englischen Sprachimporten verärgert, begründete der Verein für Deutsche Sprache (VDS) in Dortmund die Verleihung des Negativpreises.

Nahezu alle Telekom-Tarife hätten englische Namen, vom „Weekend Flat“ über den „Entertain Comfort“ bis hin zu „Call & Surf Mobile Friends“. René Obermann ist nach Ron Sommer im Jahr 1998 bereits der zweite Telekom-Chef, der die zweifelhafte Ehre der „Auszeichnung“ für sprachliche Fehlleistungen bekommt.

Auf Platz zwei wählte die Jury des Vereins Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU). Sie habe sich negativ durch Anglizismen wie den „equal pay day“ hervorgetan, erklärte der VDS-Vorsitzende Walter Krämer.

Als Drittes bekommt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mit ihrem Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider ihr Fett weg. Die Sprachpuristen bemängeln bei der EKD eine wachsende Zahl von Anglizismen in kirchlichen Veranstaltungstiteln. So wolle die Kirche ihre Gläubigen mit „LutherActivities“, „Wellness für die Männerseele“ oder „marriage weeks“ bei der Stange halten.

Mit der Wahl des „Sprachpanschers“ will der Verein für Deutsche Sprache die deutsche Gesellschaft nach eigenen Angaben dazu bringen, mehr Verantwortung für ihre Sprache zu übernehmen. Zu den 34.000 Mitgliedern des nach eigenen Angaben größten Sprach- und Kulturvereins in Deutschland gehören auch Prominente wie Hape Kerkeling, Dieter Hallervorden, Reinhard Mey und Jürgen von der Lippe.