Lebenshaltungskosten

Konjunkturflaute könnte Inflation stark sinken lassen

Die drohende Abschwächung der Konjunktur lässt Preise für Rohstoffe einbrechen. Das hat auch Folgen für Lebensmittel- und Energiekosten.

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Ökonomen rechnen laut einem Medienbericht mit einem deutlichen Rückgang der Inflation in der Euro-Zone. Bereits zum Jahresende könnte die Inflationsrate wieder auf den Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) bei knapp unter zwei Prozent sinken, berichtet die „Financial Times Deutschland“. Für 2012 rechneten Experten mit Werten teils deutlich darunter – Grund seien die sinkenden Rohstoffpreise.

„Im Dezember könnte die Teuerungsrate erstmals wieder auf unter zwei Prozent fallen“, zitierte die Zeitung Michel Martinez, Volkswirt bei der Société Générale. „Sinkt die Auslastung der Unternehmen in der Euro-Zone, kann die Inflation bis Jahresende durchaus auf zwei Prozent zurückgehen“, sagte auch Roland Döhrn, Konjunkturchef am Essener Forschungsinstitut RWI.

Nach Einschätzung von Martinez dürften die Lebenshaltungskosten im Währungsraum 2012 nur um 1,6 Prozent steigen. Die Deutsche Bank rechnet für das kommende Jahr noch mit einer Inflationsrate von1,9 Prozent. Zuletzt lag die Inflationsrate in der Euro-Zone im November 2010 unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent.

Die Hauptgründe für das Abflauen der Inflation sind nach Ansicht von Fachleuten insbesondere eine drohende Konjunkturflaute und deshalb gesunkene Preise für viele Rohstoffe. Nach schwachen Zahlen aus der US-Wirtschaft gab es erneut heftige Einbrüche an den weltweiten Rohstoffmärkten.